VN Di, 31.10.2006

Politik
Lokal
Sport
Markt
Kultur
Magazin
Welt

Chronik
Leserbriefe

VN-Heimat

Anzeigen
eVN.vol.at
eVN-Offline

Leser
werben Leser






Kultur 

VN-SERIE: Zweiter Anlauf für die Vorarlberger Landesgalerie (Teil 5/5)

505 Künstler seit 1945 ohne Obdach

Die aktuelle Liste heimischer Kunstschaffender ist enorm. Doch wozu das Ganze?

CHRISTA DIETRICH

christa.dietrich@vn.vol.at, •72/501-225

Bregenz (VN) Manches, was da zu Tage trat, habe sie selbst überrascht, bestätigt die Kunsthistorikerin Susanne Fink. Sie war in den letzten Jahren federführend bei der Erstellung eines Künstlerlexikons für Vorarlberg tätig. Mitte November wird es präsentiert.

Selbst wer großzügig kalkuliert, kommt vermutlich nicht auf die Zahl 505, wenn es festzuhalten gilt, wie viele Künstler nach 1945 aus und in Vorarlberg tätig sind und waren. So viele listet das Lexikon aber auf.

Bei der Grenzziehung war ein Team um Rudolf Sagmeister, Kurator im Kunsthaus, Wolfgang Fetz, Kulturamtsleiter von Bregenz, oder Wilhelm Meusburger, Präsident der Künstlervereinigung, beratend tätig. Wer ein Kunststudium absolviert hat, ist automatisch auf der Liste, ansonsten waren grundsätzliche Qualitätskriterien ausschlaggebend. Sie wurden weit gefasst. Inwieweit eine derart umfangreiche Liste hilfreich bei der Konzepterstellung für das Landesmuseum sein kann (dem ersten Ort, der den Künstlern sozusagen wirklich Obdach bietet), wird in den nächsten Wochen zu diskutieren sein. Schließlich beginnt die Vorarlberger Kunst ja im Mittelalter.

Internet-Präsenz folgt

Werner Grabher, Leiter der Kulturabteilung des Landes, sieht den diesbezüglichen Informationsgehalt des Buches gegeben. In Künstlerkreisen heißt es, dass aufgrund der hohen Zahl jeder dabei ist, der einen Pinsel halten kann,

die Auflistung also weniger Nutzen bringt. Auf veraltete Methoden der Dokumentation angesprochen, versichert Grabher, dass eine Internet-Präsenz folgen wird.

Feldkirch könnte wieder vorne sein

Vor etwa zwanzig Jahren hat sich die Stadt Feldkirch in Sachen Landesgalerie hervorgetan. Mit der Landeshauptstadt Bregenz und dem Land Vorarlberg kam es schließlich zu einem Tauschhandel. Das Konservatorium in Bregenz wurde geschlossen, Feldkirch sollte der einzige Ort der Musikerausbildung auf diesem Niveau sein. In Bregenz wurde dem Land ein Grundstück zur Errichtung einer Landesgalerie zur Verfügung gestellt. Der Rest der Geschichte ist bekannt. Aus der Landesgalerie wurde ein Kunsthaus mit internationaler Ausrichtung.

Ein echter Ort der Auseinandersetzung mit Kunst aus Vorarlberg und der Region könnte sich nun im Zuge des Ausbaues des Vorarlberger Landesmuseums ergeben.

Am Bahnhofsareal

In Feldkirch ist der ehemalige Ehrgeiz aber noch nicht erloschen. In Künstler- und Kunstvermittlerkreisen diskutiert man über die Einrichtung einer Landesgalerie bzw. Vorarlberg-Kunsthalle im Bahnhofsareal, wo es leer stehende Gebäude gibt. Das Gebiet zwischen dem Bahnhof und dem Zentrum ist ohnehin ein wesentliches Thema städteplanerischer Überlegungen.

##Christa Dietrich-Rudas##

Standort einer Landesgalerie könnte auch das Feldkircher Bahnhofsareal sein. (Foto: ÖBB)

Ruth Schnell zählt zu den Aushängeschildern der Kunstszene. Sie hat es bis zur Fassade des Kunsthauses gebracht. (Foto: KUB)

Natürlich stößt man im Zuge einer solchen Arbeit auf Künstler, von denen man vorher noch nie etwas gehört hat.

SUSANNE FINK




Kultur 

Zum Seitenbeginn