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Mutmaßliche Kunstfälscher kopierten prominente Werke

Fälschungen im Umlauf!


Debattieren Sie mit!Im Fall der bekannt gewordenen Kunstfälschungen - Arnulf Rainer hatte laut dem Nachrichtenmagazin "profil" in einer Linzer Galerie einen "falschen Rainer" entdeckt - wird bereits seit einigen Monaten ermittelt. Wie die Nö. Sicherheitsdirektion gestern, Montag, mitteilte, sind im vergangenen Herbst auf dem Flohmarkt in Tulln gefälschte Zeichnungen der "Gugginger Künstler" aufgetaucht, worauf die Außenstelle St. Pölten der Kriminalabteilung (KA-NÖ) die Nachforschungen aufnahm.
Laut Johann Thanmayer (KA St. Pölten) wurden bis dato 80 Exponate beschlagnahmt, bei denen es sich mit Sicherheit um Fälschungen handelt, weitere 20 werden noch auf ihre Echtheit geprüft. Neben den "Gugginger Künstlern" und Arnulf Rainer wurden auf diversen Flohmärkten in Wien, St. Pölten, Linz, Graz, Salzburg und Eisenstadt auch "Gemälde" von Hans Staudacher, Max Weiler und anderen bekannten zeitgenössischen Kunstschaffenden angeboten.
Die Hinweise der Geschädigten, woher sie die "Schnäppchen" hatten, führten die Ermittler schließlich zu einem Verdächtigen: Der mutmaßliche Anbieter und Hersteller der "Kunstwerke", ein 42-jähriger Mann aus Wien-Leopoldstadt, wurde festgenommen. Laut Thanmayer war der Arbeitslose bei seinen Streifzügen auf Flohmärkten wiederholt auf Kunstinteressierte gestoßen und dadurch auf die Idee gekommen, "Gugginger Art Brut" nachzuzeichnen und zu veräußern.
Als die Nachfrage zum Beispiel nach einem "Staudacher" stieg, weitete sich das "Geschäft" aus. Der 42-Jährige wandte sich an einen ebenfalls "kunstsinnigen" Freund, einen arbeitslosen Hobbymaler, der anhand von Katalogen den Stil der echten Künstler kopierte und im Auftrag fleißig "produzierte". Der ebenfalls aus Wien-Leopoldstadt stammende 40-Jährige wurde auf freiem Fuß angezeigt.
Der bisher bekannte Schaden wurde mit rund 35.000 Euro beziffert. Die Ermittler gehen davon aus, dass noch weitere Fälschungen im Umlauf sind. Geschädigte mögen sich an die KA-Außenstelle St. Pölten, Telefon 0 27 42/35 43 11/218, wenden.

Erschienen am: 03.12.2002

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