Hauptmenu . _
Hauptmenu
Hauptmenu Hauptmenu Hauptmenu
Hauptmenu .

Linkmap

.
. .

MAK Galerie: G. Zugmann fotografiert CoopHimmelb(l)au

Im nächtlichen Universum

Von Brigitte Borchhardt-Birbaumer

Debattieren Sie mit!Der Fotograf Gerald Zugmann beschäftigt sich schon lange neben seinen künstlerischen Fotografien mit der Architekturaufnahme. Dabei ist nun das Modell in den Mittelpunkt seiner Betrachtung gerückt. Nachdem die Schau schon im MAK Center in Los Angeles zu sehen war, wird sie nun in der Galerie des Hauses bis 21. April präsentiert.
Seit rund 25 Jahren verfolgt der Fotograf die Arbeit der beiden Architekten des bekannten Teams CoopHimmelb(l)au; daneben sind es keine Geringeren als Carlo Scarpa, Frank Lloyd Wright, Rudolph Schindler und Louis Kahn, deren Werke er durch das Medium Fotografie nicht dokumentiert, sondern verwandelt in räumliche, diesmal durch Blau und Schwarz dominierte Bilder.
Diese Auffassung ist auch Grundlage der neuen Serie "Blue Universe. Modelle zu Bildern machen. Architectural projects by Coop-Himmel-b(l)au". Nicht die funktionale Seite der Architektur ist dabei gefragt, sondern eine Steigerungsform des experimentellen Entwurfs, des Modells, aus verschiedenen Materialien in eine neue Dimension. Diese kleinen Kunstwerke der Architekten und ihres Teams sind auch zusätzlich zu den Aufnahmen aufgestellt worden. Zugmann setzt eine künstliche Allnacht in den Hintergrund und lässt die raffiniert beleuchteten Teile, mit scharfen Kontrasten versehen, oft diagonal in die Tiefe wachsen. Er wählt bestimmte Ausschnitte, um die Abstraktion zu steigern; der Einsatz des Helldunkels dient aber nach wie vor als ein Mittel zur plastischen Erscheinung der Dinge. Er vergleicht seine Arbeit mit dem Blick durchs Teleskop, womit die Erweiterung der irdischen Welt in das Universum bereits angekündigt ist.
Es ist klar, dass eine derartige nächtliche Überhöhung von eigentlich kleinteiligen Modellen den Architekten auch gefällt; ob es ihren Intentionen wirklich entspricht, mag dahingestellt sein. Damit ist die eigene Interpretation des Fotografen im Vordergrund und diese beherrscht eine romantische Isolierung aus dem städtischen Verband, in dem diese Architektur existiert. Ein bisschen sind auch die Höhen der Ideenlehre von Platon oder der "Disegno interno" (der Spätrenaissance) als Geistesblitz im Inneren des Kopfes angesprochen. Natürlich sind die neuen technischen Errungenschaften der Fotografie auch für diese Arbeiten notwendig; die "räumliche Sehnsucht" aber hat eine manieristische Qualität: alte Vorstellungen sind hier in neuen Medien verwirklicht.
Trotzdem ist es eine neue, sehr stilisierte Variante der Architekturfotografie, in der die Lebendigkeit allerdings vom "Erhabenen" der Erscheinung ein wenig erdrückt wird. "Nacht und Architektur" ist jedenfalls ein Thema, zu dem vorwiegend in den USA bereits viele wissenschaftliche Publikationen erschienen sind.

Erschienen am: 28.02.2003

.

bullet Sammlung Essl Klosterneuburg: Elke Krystufek

bullet Kunsthalle Wien: Walter Niedermayr - "Zivile Operationen"

bullet Quer durch Galerien

bullet MAK Galerie: G. Zugmann fotografiert CoopHimmelb(l)au

bullet Alfred Hrdlicka, streitbarer Bildhauer und Grafiker, ist 75

bullet Hans Weigand: Mann mit Pinsel & Computermaus, schwitzender Musiker und Retter des Allerwertesten

bullet Der Karikaturist Erich Sokol ist 69- jährig gestorben

bullet Quer durch Galerien 21.02.2003

.