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28.02.2002 - Ausstellung
Pullover-Skulpturen und ein ausgefressener Alpha
Die Neue Galerie in Graz zeigt einen Überblick über Erwin Wurms Skulpturen und im Stadtmuseum nebenan entpuppt sich Mysteriöses von Susanne Sehn-Baumhakel.
VON ALMUTH SPIEGLER


Konzentration. Nicht bewegen, die Luft anhalten. Zu leicht fällt eine der zwischen Wand und eigenem Körper eingeklemmten Plastikflaschen zu Boden - die Anstrengung war umsonst. Hätte man nicht schnell ein Photo geschossen. Wer dieses an Erwin Wurm schickt, bekommt es signiert zurück - mutiert zu einer originalen "Skulptur" des 1954 geborenen österreichischen Künstlers.

Diese Gelegenheit bietet sich zur Zeit in der Neuen Galerie in Graz, wo Peter Weibel eine Überblicks-Schau der Skulpturen Wurms von den späten achtziger Jahren bis heute, vom Null-Volumen der Staubskulpturen bis zur fettbedingten Körperausdehnung, zusammenstellte.

Zu Beginn steht der "Fat Car", der schon 2001 bei der "Art Basel" Aufsehen erregte - jetzt parkt er faul in der Neuen Galerie. Gerade noch kann man den aufgequollenen Alpha Romeo unter den Fettwülsten erahnen. Neben Skulpturen aus Alltagskleidern und irritierenden Videos dominieren Wurms herrlich absurde Momentaufnahmen.

In dieser Ausstellung hat man vor allem eins: Spaß. Doch für scheinbar so angenehm Konsumierbares gibt es einen fundiert theoretischen Unterbau: Wurm hat durch Verwendung von Video, Photo und dem Einbeziehen der Handlung den Skulpturenbegriff in der Kunstgeschichte erweitert. In seiner Arbeit kulminieren Entwicklungsstränge des 20. Jahrhunderts: Von der abbildenden Skulptur, der Abstraktion, dem Ready-Made, der Objektkunst.

Durchscheinend verhüllt

Gleich neben der Neuen Galerie ist im Grazer Stadtmuseum eine kleine Schau von Objekten und Bildern der 31jährigen Künstlerin Susanne Sehn-Baumhakel zu entdecken. Ihre malerischen Arbeiten, in denen verschwommen Gesichter, Porträts aus einem einfarbigen Hintergrund auftauchen, können mit ihren Plastiken nicht mithalten: Die dreizehn Kokons, symmetrisch aufgestellt, strömen eine beinahe kultische Anziehung aus. Teilweise sind die fasrigen Behälter, umwickelt mit gipsgetränkten Mullbinden, schon aufgebrochen, andere scheinen noch zu reifen. Ihren fiktiven Inhalt geben die begleitenden Zeichnungen preis. Leider.

Erwin Wurm: bis 31. März, Di. bis So. 10 bis 18 Uhr, Do. 10 bis 20 Uhr. Susanne Baumhakel: bis 3. März, Mo. bis Do. 8 bis 16.30 Uhr, Fr. 8 bis 13 Uhr.



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