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Freie Sicht aufs Wasser

Sechs Vorarlberger Künstler sehen in der Hypo Bank in Hard den (Boden-)See.

Hard (VN-ag) Ein Meer oder ein See ist Ausblick, Horizontbegrenzung, ein Spiegel des Himmels und der Landschaft und nicht zuletzt auch ein Stück Heimat. Wie sechs Vorarlberger Künstler den (Boden-)See sehen, zeigt derzeit eine von Evelyn Rodewald kuratierte, vom internationalen Bodensee-Club veranstaltete Ausstellung in Hard.

Dem nüchternen Raum über der Harder Hypo Bank, der sich quasi im Rohzustand befindet, antwortet der Ausstellungstitel: "Viel Meer als See Seehn".

Verschiebungen

Doch wer freie Sicht aufs Wasser haben und den See sehen will, muss ihn schon in den Bildern und Fotoarbeiten suchen. Das fällt zunächst nicht schwer. Die Bregenzer Fotografin und Lyrikerin Ilga Weishäupl-Högler liefert dazu " Zwei-Silbiges" und serielle Fotosequenzen, die mit minimalen Wahrnehmungsverschiebungen operieren.

Mehr als nur azurblau

Zeitliche Abläufe und allmähliche Veränderungen liegen auch den tagebuchartigen malerischen Aufzeichnungen des Montafoner Künstlers Roland Haas zugrunde, dessen Schaffen sich inhaltlich intensiv mit dem Thema Wasser auseinandersetzt, sich materiell zuletzt aber zunehmend auf die farbintensivere Malerei mit Acryl verlagert hat.

Doch auch die klassischen Aquarelle sind vertreten, ebenso wie die durch Spiegel erweiterten Bild- bzw. Landschaftsausschnitte. Dass es zwischen Meer und See mehr gibt als azurblaue Stimmungen, beweist Eveline Aberer-Grass. Das Zusammenspiel von Farbe und Raum, von Dichte und Auflockerung mündet in ihrer poetisch anmutenden Malerei in abstrakte Farbräume.

Fremde Gewässer

Figürlicher und narrativer, das Thema weiterspinnend, formulieren es die kleinformatigen Aquarellskizzen, vor allem aber die Ölmalereien von Evelyn Rodewald, die Bildbotschaften wie Postkarten durch den Raum schicken. Gunnar Tschabrunn, bekannt für seine Zeichnungen wagt sich mit mutigem Kopfsprung in fremde Gewässer.

Während seine Seeansichten die Landschaft und das Blau des Wassers leicht expressiv wiedergeben, geht es in den Inszenierungen und fotografischen Sequenzen Sabine Morgensterns um die Entmaterialisierung der Realität von Objekten, wenn sie die Fotografie in die Nähe der Malerei rückt.

Die Ausstellung dauert bis zum 1. Dezember, geöffnet Dienstag bis Freitag 14Ö16 Uhr, sowie nach telefonischer Vereinbarung unter 0699/11341160.

Figürlich-narrativ: die Arbeiten Evelyn Rodewalds. (Foto: Grabher)




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