Der Gewinner des im März 2006 jurierten internationalen Architektenwettbewerbs, Andreas Treusch aus Wien, hat es verstanden, aus den stark einschränkenden Möglichkeiten des Bauplatzes zwischen bestehendem Gebäude, Donau(hoch)wasser und dem freien Ausblick einer historischen Häuserzeile einen prägnanten Körper zu formen, der dem Rathaus am westlichen Brückenkopf Gewicht entgegensetzt. Dieses gründet weniger in der Masse der Anlage denn im gekonnten Unterlaufen von Erwartungshaltungen und Sehgewohnheiten.
Die gläserne Hülle, mit der Andreas Treusch Alt- und Neubau zu einer Einheit fasst, verfremdet mit ihren unterschiedlich geneigten Flächen die Botschaft „Haus“ und spielt mit den Begriffen „außen“ und „innen“.
Denn die etwa 1000 Quadratmeter große Ausstellungshalle, ein Kernstück der Erweiterung, formt mit ihrem Dach einen neuen Platz vor den Relikten des alten Urfahr. Nach Osten hin ansteigend umschließt der Platz die Labors und Werkstätten des so genannten Future Lab und fügt so der Uferlandschaft ein Element hinzu, das gute Voraussetzungen für einen beliebten Aufenthaltsort im Freien mit sich bringt.
Nicht zuletzt durch die Verlegung des Haupteinganges an die Südseite wendet sich das AEC nun verstärkt der Donau zu.
Der von der Platzebene her zugängliche Nebeneingang erschließt zwar vorwiegend die Büros, bietet Besuchern jedoch auch die Möglichkeit, zwischen dem eigentlichen, in Massivbauweise errichteten Haus und seiner gläsernen Hülle zu dem ein Geschoß höher gelegenen Haupteingang zu gelangen.
Der Haupteingang befindet sich an der Nahtstelle zwischen Bestand und Zubau. Im Windfang mündet auch der Aufzug, mit dem man ohne Betreten der Ausstellungsräume das Restaurant im obersten Geschoß erreicht.
Dahinter öffnet sich über vier Geschoße das Zentrum der Anlage, die Eingangshalle mit Empfangspulten, Aufenthaltsbereichen, Garderoben, Liften und Stiegenhäusern.
Sie vermittelt einen unmittelbaren Eindruck von der Ausdehnung des Hauses und erleichtert so die Orientierung im Raum.
Andreas Treusch hat sein Gebäude weitgehend in angenehme, sorgfältig differenzierte Grautöne getaucht, nur Stiegen und Stege sind leuchtend gelb hervorgehoben und die Ausstellungsräume – auf besonderen Wunsch des Hauses – dunkelblau gefärbt.
Die Wege dazwischen sind wie die Büros hell und mit starkem Bezug zum Außenraum gestaltet, der im Panoramablick aus dem Restaurant seinen Höhepunkt findet.
Die 40.000 einzeln ansteuerbaren, in Farbe und Stärke veränderlichen Leuchtdioden in der Glashaut wiederum ermöglichen es, das ganze AEC in ein elektronisch generiertes Kunstwerk zu verwandeln, das seinerseits das Bild der Stadt gestaltet.