Museumsgründer Rudolf Leopold beigesetzt
Der Grinzinger Pfarrer Hubert Ritt nannte Leopold einen „Freigeist“, der sich „nicht einordnen ließ“ und der ehemalige Generaldirektor des Kunsthistorischen Museums (KHM) und langjährige Freund, Wilfried Seipel, betonte, seine „reichhaltige Hinterlassenschaft“ in Form seiner Kunstsammlung sei selbst Leopolds würdigster Nachruf.
In der kleinen Friedhofskirche in Grinzing fand gerade einmal ein Bruchteil der Trauergäste Platz, darunter neben Leopolds Ehefrau Elisabeth, seinem Bruder Günther, seinen Kindern Rudolf, Diethard und Gerda sowie deren Partnern und Kindern, auch zahlreiche Kollegen aus dem Kunstbetrieb. Der Weg zur ehrenhalber gewidmeten Grabstätte war geziert von Blumenkränzen und Dankesworten durch Freunde, Bewunderer, aber auch Kunstinstitutionen wie das Belvedere und die Albertina.
„Er hat das Loslassen nicht gelernt“, sagte Ritt in seiner Charakterisierung Leopolds. „So bleibt er eine Persönlichkeit, die unbedingt weiterlebt“. Leopolds bleibendes Erbe unterstrich auch Häupl: „Wir begegnen ihm an so vielen Punkten in dieser Stadt - und an ihnen allen ist kulturelle Attraktivität oder, einfach formuliert, Schönheit.“ Für die „Krönung“ seiner Sammlertätigkeit, die Stiftung und das Museum als „Juwel der Stadt“, sei ihm Wien „zu allerhöchstem Dank verpflichtet“. Als Sammler habe Leopold „tief empfundenes ästhetisches Erleben mit echter Kennerschaft“ verbunden, „Leidenschaft und Wissenschaft“ hätten eine seltene Einheit gebildet.
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