Meister des vehementen Rot
Markus Prachensky.
Hedwig Kainberger Wien (SN). Was für ein Pinsel! Steht man vor einem Gemälde Markus Prachenskys, hat man den Eindruck, als habe da ein Riese einen übergroßen, überdicken Borstenpinsel in einen unvorstellbar großen Farbtopf getunkt und dann ein paar Striche über die Leinwand gelegt. Aber was für Striche! Präzise proportioniert, und doch mit der Nonchalance des Spontanen, exakt konstruiert wie architektonische Gebilde, und doch scheinbar lässig hingeworfen.
Und die Farbspritzer! Auf Prachenskys Bilder sind das keine versehentlichen Kleckse, sondern Teile der Komposition. Trotzdem wirken sie so, als wären sie aus den kräftigen Pinselbewegungen getropft, nein: geschleudert.
Kein anderer Künstler schaffte es so wie Markus Prachensky, mit den scheinbar trivialen Elementen Strich, Klecks und Farbe pralle Lebenskraft auf eine Leinwand zu bringen.
„Ich kann mir eine Welt ohne die Farbe Rot nicht vorstellen“, sagte er einmal in einem Interview. Seine monumentalen abstrakten Bilder nannte er einmal „Eine Reise durch die Farbe Rot“.
In der Nacht auf Samstag ist Markus Prachensky im 80. Lebensjahr gestorben. „Er ist ganz ruhig eingeschlafen“, sagte seine Frau Brigitte der Nachrichtenagentur dpa am Samstag in Wien.
Markus Prachensky wurde am 21. März 1932 als Sohn des Malers und Architekten Wilhelm Nicolaus Prachensky in Innsbruck geboren. Als 20-Jähriger ging er nach Wien und studierte zunächst Architektur bei Lois Welzenbacher, ab 1953 auch Malerei. 1957 gründete er mit Wolfgang Hollegha, Josef Mikl und Arnulf Rainer die „Gruppe St. Stephan“, die vom Domprediger Monsignore Otto Mauer gefördert wurde.
Als „ganz große Künstlerpersönlichkeit der Nachkriegszeit“ würdigte der Kunssammler Karlheinz Essl seinen Freund. Essl hat seit 25 Jahren die größte Sammlung an Bildern Prachenskys zusammengetragen. „Prachensky hat sehr früh mit der Abstraktion begonnen“, sagte Karlheinz Essl laut Meldung der APA. „Und er war der erste, der Malaktionen in Österreich gemacht hat, das war eine Revolution.“
Die Salzburger Galerie Welz wird, wie geplant, am nächsten Donnerstag ihre Festspielausstellung eröffnen, die heuer die jüngsten Arbeiten Markus Prachenskys zeigen wird. Ein Charakteristikum für dessen Werk sei „die auffällige Energie des nachdrücklich gestischen Farbauftrags“, schreibt der Kunstkritiker Peter Iden im Katalog zur Ausstellung bei Welz in der Sigmund-Haffner-Gasse.











