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Kultur 

Kleiner, hungriger blauer Hund

Arbeiten von Sophie T. Rauch in der Galerie Sechzig in Feldkirch

VON ARIANE GRABHER

Feldkirch (VN) Die neuen Welten der Technologie, das Unerwartete und Unvorstellbare, sind das Thema der Malerei von Sophie T. Rauch. Mit "Utopia" und figurativen Arbeiten aus den Serien der letzten Jahre ist die kanadische Künstlerin derzeit in der Galerie Sechzig in Feldkirch präsent.

Der kleine Hund ist nicht nur eine Promenadenmischung und noch dazu blau, er schwebt zudem am oberen Bildrand wie ein Ballon. Festgehalten wird er, wie von einer Schnur, von einer langen Wurstkette, an deren anderem Ende, am unteren Bildrand, steht ein riesiger Rottweiler wie eine Verankerung.

"Little hungry blue dog" nennt Sophie T. Rauch diese Arbeit, ausgeführt in der von ihr bevorzugten klassischen Eitempera-Technik mit der charakteristischen "trockenen Textur".

Porträts und . . .

Die Eitempera-Technik hat sich die im kanadischen Chicoutimi (Québec) geborene Künstlerin bei Max Weiler in Innsbruck (1984) angeeignet, weitere Lehrmeister waren unter anderem Sandro Chia (Salzburg 1990) sowie Emilio Vedova (Venedig 1985). Klassisch sind auch die Grundmotive von Sophie T. Rauch. Mehrheitlich Porträts, bestehen sie aus einer zentralen Figur pro Bild, begleitet von diversen Objekten, häufig von kreisrunden Farbpunkten besetzt. Als Inspiration dienen der Künstlerin keine Modelle, sondern vielmehr alte Fotografien, andere Maler wie Francis Bacon, Figuren aus Filmen oder Videospielen, Personen aus der Bibel oder Modemagazine, die fragmentarisch in den Arbeiten aufblitzen. So reicht das Spektrum der Porträt-Köpfe von "Icarus" über "Scarlet" bis "Farinelli".

. . . Projektionsflächen

Der Hintergrund erscheint als nicht näher definierte Farbfläche, aus der das Motiv herausgearbeitet wird. Der Bildgrund wirkt dabei wie eine Projektionsfläche, nicht nur für das Motiv, sondern auch für die Betrachter. Er wird zu einer "Metapher für die psychische Projektionsfläche des Unbewussten" (Gagnon, Katalog). Dabei spielen die Gemälde mit unseren Ängsten vor dem Unbekannten und vor unberechenbaren Technologien, wenn Gesichter zu ent-individualisierten Köpfen werden und Bilder mehr Fragen stellen, als man Antworten hören möchte.

Die Ausstellung mit Arbeiten von Sophie T. Rauch ist in der Galerie Sechzig in Feldkirch bis 12. Juli zu sehen, Mittwoch und Freitag 14 bis 18 Uhr.

Arbeiten von Sophie T. Rauch: Motive aus Bibel, Magazinen etc.




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