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Galerie Kerstin Engholm. Unter "Interim Platform" bietet
die Galeristin einer Schar junger Künstler ein Forum für eine heterogene
durchmischte Schau. Die Beiträge reichen von kurios interaktiven Arbeiten
bis zu streng diskursiven Positionen der Konzept- und Photokunst. Außer
einem Zeichnungsblock von Tatiana Lecomtes bleiben die
traditionellen Medien wie etwa Malerei aus. Wenn man die Galerie betritt,
wird man von einem wie von Geisterhand geöffneten Kühlschrank überrascht.
Leopold Kessler amüsiert den Betrachter weiters mit einem
Fernseher, auf den man heftig schlagen muß, um ihn in Gang zu bringen.
Christian Kobald präsentiert überdimensionale Kartonschachteln, die
er, identisch im Erscheinungsbild, übereinanderstapelt. Assoziationen an
bildhauerische Positionen der Minimal Art einerseits und Referenzen zu
Warhols gestapelten Brillo Boxes andererseits werden dabei ausgelöst. Mit
textlichen Ausschnitten aus Clement Greenbergs kunsttheoretischen
Artikeln, die in ihrer monumentalen Größe und Bildhaftigkeit in der
Wirkung gleichwertig wie die Kartonschachteln gestaltet sind, schafft
Christian Kobald eine durchwegs ironische Reflexion und Infragestellung
der Grenzen zwischen den Kunstströmungen und ihren Definitionen (IV.,
Schleifmühlgasse 3; bis 3. August).
Galerie Georg Kargl. Für Thomas Locher fungieren Tafelbild,
Spiegel, Stanniolbahnen als Tapeten oder Tische und Stühle als
Vermittlungsmedium des Kommunikativen. Der Eingangsbereich und die ersten
Abschnitte der Kellerzone hat der Künstler mit Stanniolpapier austapeziert
und mit Kritzeleien bespielt. In einem neuen photographischen Werkblock
thematisiert Locher moderne Kommunikationräume, wie etwa Büroräume oder
Vortragssäle, versehen mit Texten im Wortstil des dementsprechenden
Ambientes: "What does it mean to send a message?" Eine Tischgruppe mit
applizierten Sätzen wie "Ich frage dich . . ." zeugen von
einer personenlosen aber lockeren Weise der Kommunikation.
Bereits zu Jochers Klassikern zählen objekthafte
Spiegelbilder, die aus mehreren Modulen mit Text oder Zahlensystemen
zusammengestellt sind. Dabei entsteht eine schöne Komplexität aus
Tafelbild, Skulptur, Raum mit Integration des Betrachters und dem Inhalt,
wenn auch kryptisch und die Parameter der gesellschaftlichen
Ordnungssysteme hinterfragend und ironisierend (IV., Schleifmühlgasse 5;
bis 24. August).
© Die Presse | Wien
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