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31.07.2002 - Ausstellung
AUSGESTELLT IN WIEN
Ausstellungstips: Galerie Kerstin Engholm: "Interim Platform" und Galerie Georg Kargl: Thomas Locher
von FLORIAN STEININGER


Galerie Kerstin Engholm. Unter "Interim Platform" bietet die Galeristin einer Schar junger Künstler ein Forum für eine heterogene durchmischte Schau. Die Beiträge reichen von kurios interaktiven Arbeiten bis zu streng diskursiven Positionen der Konzept- und Photokunst. Außer einem Zeichnungsblock von Tatiana Lecomtes bleiben die traditionellen Medien wie etwa Malerei aus. Wenn man die Galerie betritt, wird man von einem wie von Geisterhand geöffneten Kühlschrank überrascht. Leopold Kessler amüsiert den Betrachter weiters mit einem Fernseher, auf den man heftig schlagen muß, um ihn in Gang zu bringen. Christian Kobald präsentiert überdimensionale Kartonschachteln, die er, identisch im Erscheinungsbild, übereinanderstapelt. Assoziationen an bildhauerische Positionen der Minimal Art einerseits und Referenzen zu Warhols gestapelten Brillo Boxes andererseits werden dabei ausgelöst. Mit textlichen Ausschnitten aus Clement Greenbergs kunsttheoretischen Artikeln, die in ihrer monumentalen Größe und Bildhaftigkeit in der Wirkung gleichwertig wie die Kartonschachteln gestaltet sind, schafft Christian Kobald eine durchwegs ironische Reflexion und Infragestellung der Grenzen zwischen den Kunstströmungen und ihren Definitionen (IV., Schleifmühlgasse 3; bis 3. August).

Galerie Georg Kargl. Für Thomas Locher fungieren Tafelbild, Spiegel, Stanniolbahnen als Tapeten oder Tische und Stühle als Vermittlungsmedium des Kommunikativen. Der Eingangsbereich und die ersten Abschnitte der Kellerzone hat der Künstler mit Stanniolpapier austapeziert und mit Kritzeleien bespielt. In einem neuen photographischen Werkblock thematisiert Locher moderne Kommunikationräume, wie etwa Büroräume oder Vortragssäle, versehen mit Texten im Wortstil des dementsprechenden Ambientes: "What does it mean to send a message?" Eine Tischgruppe mit applizierten Sätzen wie "Ich frage dich . . ." zeugen von einer personenlosen aber lockeren Weise der Kommunikation.

Bereits zu Jochers Klassikern zählen objekthafte Spiegelbilder, die aus mehreren Modulen mit Text oder Zahlensystemen zusammengestellt sind. Dabei entsteht eine schöne Komplexität aus Tafelbild, Skulptur, Raum mit Integration des Betrachters und dem Inhalt, wenn auch kryptisch und die Parameter der gesellschaftlichen Ordnungssysteme hinterfragend und ironisierend (IV., Schleifmühlgasse 5; bis 24. August).



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