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Inspiration für die Kunst? Guantanamo Bay
Kunst
Die Documenta setzt auf Bildung

31. Januar 2005 Auf der nächsten Documenta in Kassel soll das Thema Bildung eine herausgehobene Rolle spielen.

Der künstlerische Leiter der kommenden Documenta 12, Roger M. Buergel, gab am Montag in Kassel erste Themen und Ideen für die weltweit größte Ausstellung für moderne Kunst benannt. In der vom 16. Juni bis 23. September 2007 in Kassel stattfindenden Kunstschau will er nach eigenen Angaben die Frage thematisieren: Welche Erfahrungen machen Menschen, wenn sie sich bilden oder selbst ausbilden? Wie wird moderne Kunst vom Publikum aufgenommen?

Keine Volksbildung

„Der Aspekt der Publikumseinbindung ist mir extrem wichtig”, sagte der Kurator. Noch vor Beginn der Documenta sollen daher Foren gebildet werden, in denen sich Kunstinteressierte und Künstler informieren und orientieren könnten. Auch auf die Frage, warum viele Menschen auf moderne Kunst mit Unverständnis reagierten, werde eingegangen. Buergel betonte, mit der auch als „Museum der 100 Tage” bekannten Veranstaltung solle jedoch keine Art von Volksbildung betrieben werden. Vielmehr gehe es darum, sich mit der Kunst auseinanderzusetzen.

Die Documenta-12-Macher wollen bereits ab diesem Frühjahr mit mehr als 70 Redaktionen von Zeitschriften, Magazinen und Online-Medien weltweit in einen Kunstdialog treten. Die zentralen Debatten und ästhetischen Auseinandersetzungen sollen vor Ausstellungsbeginn in drei Zeitschriften erscheinen. Eine Internetplattform soll ebenfalls Einblick in die Diskussion geben.

Weitere Themen auf der Documenta 12 seien die Moderne mit ihren Brüchen und Katastrophen und „das bloße Leben”. Letztere solle individuelle Existenzformen beschreiben, die von jeglichen staatlichen Attributen befreit seien, sagte Buergel. Als Beispiel nannte er das Gefangenenlager Guantanamo Bay auf Kuba, wo ein komplett rechtsfreier Raum herrsche.


Text: FAZ.NET mit Material von dpa
Bildmaterial: AP
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