OÖN: Wie kamen Sie auf den Wettbewerbstitel „Randzone“?
Mössenböck: Lange haben mein Bruder und Galerie-Partner Laurenz Pöttinger und ich zunächst einmal in Richtung „Verflechtungen“ überlegt. Dann ist einer Linzer Freundin von uns jedoch spontan der Begriff „Randzone“ eingefallen. Diese Idee hat uns sofort begeistert. Wir finden es spannend, weil sich in das Thema „Randzone“ so immens viel hineininterpretieren lässt. Und dementsprechend vielfältig sind auch die Ergebnisse.
OÖN: An wen genau hat sich die Ausschreibung des Kunstpreises Parz gerichtet?
Mössenböck: An alle Studierenden an Österreichs Kunstuniversitäten. Es geht uns mit dem Preis von 3000 Euro ja um eine gezielte Nachwuchs-Förderung.
OÖN: Soll das dann eigentlich eine jährliche Einrichtung werden?
Mössenböck: Das wird eher in eine biennale Richtung gehen. Es ist doch sehr viel Arbeit damit verbunden.
OÖN: Sie haben aus über sechzig Einreichungen siebzehn Kunstschaffende nominiert. War diese Entscheidung einstimmig, oder wurde viel diskutiert?
Mössenböck: Na, das war nicht einfach. Ich muss ganz ehrlich sagen, da wurde extrem viel diskutiert. Wir hätten da locker noch zehn mehr dazunehmen können.
OÖN: Die Qualität der ausgewählten Arbeiten ist trotzdem sehr unterschiedlich. Gibt es darunter für Sie Favoriten, die Sie auch – ohne jetzt dem Wettbewerbs-Ergebnis vorzugreifen – in Parz ausstellen würden?
Mössenböck: Auf jeden Fall.
OÖN: Wen?
Mössenböck: Nun, etwa den Mathias Kloser. Den finde ich extrem stark.
OÖN: Auch sehr aussagekräftig in den Details....
Mössenböck: Genau. Was der da noch alles in die Kleidung hineingezeichnet hat...
OÖN: Kloser ist nur einer von vielen zeitgenössischen Künstlern, die auf fotografische Basis aufbauen. Das ist ein erkennbarer Kunsttrend. Zeigt er, dass die Jungen nicht mehr nach der Natur malen können?
Mössenböck: Nein, das denke ich nicht. Derlei Fotovorlagen ermöglichen vielmehr, spannende Haltungen oder Situationen einzufangen, die anders gar nicht möglich wären.
OÖN: Auch die Modelle würden ermüden...
Mössenböck: Auf jeden Fall.
OÖN: Zurück zum Kunstpreis. Der erste Preis wird exakt zur Ausstellungseröffnung bekannt gegeben. Wie bei der Oscar-Verleihung. Ist es dann damit getan, oder werden Siegerin bzw. Sieger von Ihnen beobachtet, begleitet und noch eigens in der Galerie präsentiert?
Mössenböck: Das haben wir vor. Wir werden auf jeden Fall ein Auge darauf haben. Schließlich soll der Kunstpreis Parz ja eine Starthilfe sein. Und dazu gehört einfach mehr als „Hier ist das Geld“ und ab...
Info: Galerie Schloss Parz (Kunstpreis-Vernissage: 30. Jänner, 19.30 Uhr); bis 15. März 2009; Parz 1, 4710 Grieskirchen; Fr 19-21; Sa 17-20, So 13.30-17 Uhr; Tel: 0664-2138190; www.galerieschlossparz.at