"Soho in Ottakring" gilt jetzt das ganze Jahr lang - und zwar weit über das Brunnenviertel hinaus. "Nach zwölf Jahren stellen wir auf Ganzjahresbetrieb um", so Initiatorin Ula Schneider am Mittwoch. So könnten endlich längerfristige Projekte gestartet werden, "die sich im urbanen Raum entwickeln". Dabei geht es um Medien, um Generationenaustausch und um Stadtraum-Recherche in Wien, Tirana und Skopje. 2012 wird dann wieder das Festival im 16. Bezirk gefeiert - künftig im Zweijahrestakt.
"Unsere Basis ist immer noch Ottakring", so Schneider, "neu ist, dass wir auch ausschwärmen." So hat das Projekt "Generation Overview" den Wiener Prater zum Zentrum. "Generation Overview" sucht die gemeinsame Wahrnehmung eines öffentlichen Raumes durch die ältere wie die jüngere Generation. "Regendering Media" geht es um die Behandlung des Geschlechter-Diskurses in den Massenmedien."At the End of the Street", ein urban-research-Projekt, wiederum wird auch in Tirana und Skopje betrieben.
"Werkstatt-Gespräche" ab April
Über Fortschritt, Schwierigkeiten und Stand der Projekte informieren die Macher ab Herbst in den monatlichen "Werkstatt-Gesprächen". Die Gesprächs-Reihe selbst startet allerdings schon am 13. April.
Neben der eigenen wird dabei auch die internationale Praxis städtischer Projekte vorgestellt. Den Anfang im project space Karlsplatz macht Monika Vykoukal, die in der postindustriellen Kleinstadt West Bromwich in England die Umwälzungen nach Abriss der Sozialbauten, dem Entstehen eines neuen Kunstzentrums und dem Warten auf den neuen Supermarkt künstlerisch begleitete.
Bei weiteren Terminen wird es um die Nutzung "anderer Räume" im Stadtgefüge, abseits zentralisierter Strukturen, gehen (6.7. im Architekturzentrum) oder um ein dem Verfall eines preisgegebenen Fußballstadion auf Gran Canaria (19.10. im Top Kino).
"Unsicheres Terrain" 2012
"2012 sollen dann im Festival wieder alle Stränge zusammenlaufen", erklärt Schneider das neue Konzept, mit dem sich "Soho in Ottakring" bei gleichbleibendem Budget auf "unsicheres Terrain" wagt. "Unsicheres Terrain" ist auch der Name, den man dem neuen Format für 2011 gegeben hat. "Der Titel nimmt Bezug auf unsere eigene, aber auch auf gesamtgesellschaftliche Entwicklungen", die von Finanzkrise, Naturkatastrophen und Systemumbrüchen gesäumt sind.
Die Ausschreibung für Projekte zum Festival 2012 läuft von 15. Juni bis 15. September.
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