| Heiße Debatte um Ausgliederung der Museen | |
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Die Wiener Museumsexperten zum Grundsatzstreit über Ausgliederung ja
oder nein.
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Mit seinem angekündigten Rückzug und mit Aussagen wie er wolle kein Disneyland-Museum und der Kostendruck bringe eine
Nivellierung des Ausstellungsangebotes hat der Direktor des Museums Moderner
Kunst Stiftung Ludwig, Lorand Hegyi, neuen Konfliktstoff in die
Debatte um die Ausgliederung der Bundesmuseen gebracht. Hegyi selbst war nach der Bekanntgabe seines Rückzugs für weitere
Stellungnahmen nicht erreichbar, doch haben sich zum Thema Kunst und Quote
in den vergangenen Tagen eine Reihe von Museumsdirektoren zu Wort
gemeldet, wie Wilfried Seipel, der als Direktor des Kunsthistorischen Museums immer
wieder als Paradebeispiel für gelungenes Ausgliederungsmanagement genannt
wird.
Pro Eigenverantwortung Für Seipel stellt es ein Missverständnis dar, dass Museumsdirektoren
der Meinung sind, der Staat stehe für die Finanzierung. Für Seipel steht
der Bildungsauftrag im Vordergrund und der Sammlungsauftrag, der sei
unmittelbar an wirtschaftliche Erfolge gebunden und Aufgabe des Direktors
sei, für diesen wirtschaftlichen Hintergrund zu sorgen. Contra Der Kommerzialisierungsdruck in der Museumslandschaft ist nicht nur
hierzulande ein Thema. Ob der Zwang zu guten Besucherquoten die
Institutionen immer tiefer in eine Spirale publikumswirksamer
Rezeptionskunst hineintreibt, wird auch außerhalb der österreichischen
Grenzen diskutiert. Für Jean-Christophe Ammann, Direktor des Museums für
Moderne Kunst in Frankfurt geht ohne Unterstützung des Staates gar
nichts. Für Ammann liegt der Schwerpunkt seiner Arbeit im Bereich der Sammlung
- dort will er auf keinen Fall Kompromisse machen. Was die
Ausstellungspolitik anlagt, so Ammann, müsse man sich eben was einfallen
lassen, um Publikum anzuziehen. Er selbst habe Ausstellungen gemacht, die
Publikum brachten, aber auch solche, vor allem radikale Dinge, mit weniger
Anklang - man müsse eben herausfinden, wie man Publikum akquiriert, so
seine Schlussforderung. Pro, aber auch Contra Das Akquirieren von Kundschaft sieht hingegen der Direktor des Museums für Angewandte
Kunst, Peter Noever, für den Bereich der zeitgenössischen Kunst als
problematisch an. Sein Credo: Kunst ist wie ein Stachel in der
Gesellschaft, Kunst bringt Irritation. Auf dem Dampfer Kunst und Quote
will Noever daher nicht mitfahren - er meint, man solle sich auf die
kulturelle Aufgabe konzentrieren und nicht auf die Garnierung.
Noever begrüßt die Ausgliederung grundsätzlich, sieht sie allerdings,
wie er sagt, "höchst fahrlässig" durchgeführt. Grundlegender Fehler sei,
alle Häuser auf die gleiche Basis zu stellen. Bei zeitgenössischer Kunst
könne man allerdings nicht nur ökonomische Kriterien anlegen. Peter Noever hofft deshalb auf Verhandlungen. Die Politiker könnten
sich nicht auf den reinen Gesetzestext zur Ausgliederung zurückziehen -
das sei ein Schaden, der nicht mehr gutzumachen sei. Wie Noever und sein Museum für Angewandte Kunst auf den Quotendruck
reagieren werden, will er am Donnerstag bei seiner Bilanz-Pressekonferenz
mitteilen. Der Titel: "Museen ohne Zukunft. MAK ohne Kompromisse". Tipp: Zur aktuellen Diskussion gibt es heute Abend in der | ||||||