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| 24.10.2005 - Kultur&Medien / Viennale-Special | ||
| Viennale: Clooneys starke Regiearbeit beschließt das Festival | ||
| "Confessions of a Dangerous Mind" besticht als Plädoyer für Meinungsfreiheit und Integrität. Regulär ins Kino kommt das Drama über Politik und Medien frühestens im Jänner. | ||
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Die großen Namen reservierte sich die Viennale heuer für Eröffnugs- und Abschlussgala: Nachdem man mit Woody Allens „Match Point“ ins Festival gestartet war, beschließt man es mit George Clooneys zweiter Regiearbeit. „Confessions of a Dangerous Mind“, das zuletzt beim Filmfest in Venedig für das Drehbuch und seinen Hauptdarsteller David Strathairn prämiert wurde, ist ein künstlerischer Quantensprung für Clooney. Der Film über ein CBS-Fernsehteam, das in den 1950ern zum Schlagabtausch mit Kommunistenjäger Joseph McCarthy antrat, schließt in jeder Hinsicht erfolgreich ans klassische Hollywood-Kino an: Knappe, sichere Regie, präzis und packend konstruiertes Drehbuch, superbe Ensembleführung. Goodnight, and Good Luck erinnert an die wichtigen politischen System-Beschreibungen Otto Premingers, auch wenn Clooney kammerspielhaft arbeitet, zunächst den Professionalismus der Studio-Crew um Nachrichten-Pionier Edward R. Murrow (David Straithairn) etabliert, bevor sich die Spannungslinien verdichten. Die wachsende Risikobereitschaft der TV-Macher wird durch einen subtilen Schachzug konterkariert: McCarthy ist ungreifbar, nur über Archivmaterial zu sehen, etwa wenn er sich per Einspielung gegen Hexenjagd-Anschuldigungen zur Wehr setzt. Der Film ist eine kleine Sternstunde des liberalen Hollywood: Clooney betonte vor der Presse, dass es ihm auch ums Klima der Angst geht, das in Amerika derzeit wieder herrscht. Sein Film bezieht Intensität nicht nur aus der Klarheit der Inszenierung, sondern auch der Argumentation, die sich unpropagandistisch auf die Werte von Aufklärung und Integrität beruft. Das trägt zur Wirkung bei: Clooneys Film demonstriert, wovon er erzählt. Der Geist, der hier erfolgreich gebannt wird (wenn auch nicht ohne Verluste, dafür ist dieser Film zu intelligent), ist aber eben nur: ein Geist in der Maschine, ein Gespenst aus der Vergangenheit. Der halb-dokumentarische Schwarz-Weiß-Film, ein Plädoyer für Meinungsfreiheit und Integrität, wird zum Abschluss der Viennale, am 26.10, im Gartenbaukino (23 Uhr) gezeigt. Regulär in die österreichischen Kinos kommt der Film frühestens im Jänner 2006. (hub/red)
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