Wien (SN-hkk). Liest man die neue Besucherstatistik für die Bundesmuseen, wird einem heiß und bang. Bangigkeit überkommt, wenn man erfährt, dass die Besucherzahl im Vorjahr um zehn Prozent nach unten gerasselt ist, von knapp 4,3 Millionen im Jahr 2008 auf 3,85 Millionen im Vorjahr.
Auf den zweiten Blick ist dieser Wert nicht so arg, da er sich großteils mit der Albertina erklären lässt. Diese meldet von 2008 auf 2009 gut ein Drittel weniger Besucher (998.000 auf 625.000), was mit dem Rekord für die Van-Gogh-Ausstellung im Jahr 2008 zusammenhängt. In den Erläuterungen des am Montag publizierten Kulturberichts 2009 heißt es zudem, dass vor allem Albertina und Belvedere (minus sieben Prozent auf 750.000 Besucher) „den durch die Wirtschaftskrise verursachten Rückgang im Tourismus zu spüren“ bekommen hätten.
Überblickt man die Zahlen aller Bundesmuseen der letzten zwölf Jahre, so ist zu erkennen, dass der Zuwachs in diesem Zeitraum von gut einer Million auf über vier Millionen Besucher auf zwei Namen zurückzuführen ist: Klaus-Albrecht Schröder und Agnes Husslein. Beide haben Ausstellungsbetrieb, Marketing und damit auch die Besucherzahl ihrer Häuser ordentlich aufgeheizt.
Unter der Leitung Schröders ist die Albertina für zumindest 500.000 bis 600.000 Besucher pro Jahr attraktiv. Das Van-Gogh-Jahr bescherte einen Zuwachs auf fast eine Million Besucher, was nun wieder nach unten korrigiert ist.
Bravourös ist Agnes Hussleins Leistung im Belvedere. Das in den ersten beiden Jahren ihrer Direktion mit 35 bzw. 38 Prozent Zuwachs erreichte Niveau von über 800.000 Besuchern hat sich im Vorjahr auf die erwähnten 750.000 reduziert. Allerdings: Damit hat das Belvedere erstmals die Albertina seit deren Wiedereröffnung im Jahr 2003 überholt, und zwar mit über 100.000 Besuchern. Zudem hat das Belvedere die Albertina von Platz zwei verdrängt.
Das meistbesuchte Bundesmuseum ist seit Langem mit gut 1,1 Millionen Besuchern pro Jahr das Kunsthistorische Museum. Das Schlusslicht (abgesehen vom Pathologisch-anatomischen Bundesmuseum) ist nach wie vor das von Peter Noever geleitete Museum für Angewandte Kunst (MAK) mit 183.000 Besuchern (plus vier Prozent zu 2008); und zwei Drittel davon haben keinen Eintritt bezahlt.
Im Kulturbericht sind Daten und Subventionen für Bundesmuseen, Nationalbibliothek und Bundestheater aufgelistet. Er erscheint zugleich mit dem Kunstbericht. Beide sind im Internet abrufbar: www.bmukk.gv.at