Bilder aus einer anderen Welt
„Fashion Food“. Ein Kunstprojekt von Helge Kirchberger verursacht Gänsehaut: Bei den Models und beim Betrachter.
peteR gnaiger salzburg (SN). „Klick.“ Helge Kirchberger ist zufrieden. Die Models machen eine gute Figur in der Tracht. Den ganzen Tag über posieren sie schon am Attersee. Es ist heiß. Niemand beklagt sich.
Immerhin wissen die meisten der Damen, was ihnen blühen könnte, wenn Kirchberger der Werbefotografie kurz den Rücken kehrt und künstlerisch ernst macht. Dann kann es sein, dass man sich nackt in seinem Studio wiederfindet und mit schwarzer Pasta auf dem Kopf und Fleischfetzen auf der Haut dasteht. Das ist erstens gewöhnungsbedürftig und zweitens ziemlich kalt.
So ging es zuletzt am Sonntag bis in die frühen Morgenstunden wieder in seinem Studio zu. Das Projekt heißt „Fashion Food“ – wie der Bildband, den Kirchberger vor zwei Jahren mit seinem kongenialen Partner Roland Trettl gestaltet hat. Trettl ist Küchenchef im Restaurant „Ikarus“. Er gefällt sich in der Rolle des Provokateurs. Weshalb er für die Entwürfe schon mal Schweinsköpfe vergoldet oder aus Hühnerkrallen Schmuck bastelt. Auf den ersten Blick wirkt das verstörend. Aber dann beginnt man, darüber nachzudenken. So funktioniert Kunst.
23 dieser Bilder werden ab Oktober im Format 170 cm mal 250 cm im „Museum für Kommunikation“ in Berlin ausgestellt. Bis dahin müssen Kirchberger und Trettl nur noch auch aus den bisher mehr als 10.000 Fotos 23 für die Ausstellung auswählen.
Aber auch das werden sie locker schaffen. Denn wie bemerkte Vivienne Westwood, die Skandalnudel der Haute Couture, im Vorwort des 2008 erschienen Bildbands „Fashion Food“ so schön: „Die enge Symbiose zwischen Koch und Fotograf, die aus den Bildern spricht, hat mich tief beeindruckt.“ Wer die Fotos gesehen hat, wird zugeben: Diesem Vorwort ist nichts hinzuzufügen.



















