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| 17.05.2005 - Kultur&Medien / Kultur News | ||
| Kunstbuero: Andeutung - Galerie Mezzanin: Invasion - Lukas Feichtner: Umwerfend | ||
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Weite Strecken der Malereigeschichte haben mit
Raumordnung zu tun. Fragen der Perspektive und später abstrakte
Bildkonzepte dominieren das Medium. Der Expressionismus schert dabei auf
singuläre Weise aus. Mit ihren neuen Gemälden (2200-6500 €) situiert sich
Rita Vitorelli bewusst in diesem Grenzbereich. Auf den Bildern ist Chaos
dargestellt. Die großen Formate in der kleinen Galerie wirken zunächst mal
überwältigend. Soll man näher an die Werke heran oder ist mehr Platz zum
Zurücktreten nötig? Die Leinwände bleiben größtenteils unbemalt, tragen
nur schemenhafte Zeichnungen. Langsam werden Objekte deutlich und der
Betrachter kann ein schlampiges Kinderzimmer oder ein überladenes
Einkaufswagerl erkennen. Mit schneller Hand setzt die Künstlerin farbliche
Akzente zu den Kohle- und Bleistiftlinien und geht mit den Farbflecken
wieder in Richtung Expressivität. Diese Oszillation gibt dem Auge
unheimlich viel zu tun. Die Bilder bleiben sperrig - was eindeutig für sie
spricht. (Bis 21. Mai, Schadekgasse 6-8, Wien 6) Galerie Mezzanin: InvasionEine weitere erfolgreiche Malerin der jüngeren Generation
ist Katrin Plavcak. In ihrer Ausstellung "Die Besucher aus dem Hier"
herrscht eine eigenwillige Stimmung. Gleich das erste Gemälde (7740 €) ist
das verstörendste. In "Stalakmit und Stalaktit" wird eine anonyme Masse,
deren Gesichter an Edvard Munch erinnern, von zwei Kapuzenträgern
angeführt. Unheimlicher Weise hängt eine der schwarz verhüllten Figuren
aber von oben herab ins Bild. Die hier auf die Spitze getriebene Fremdheit
bleibt auch das Thema der anderen Arbeiten. Ufos, Außerirdische und
futuristische Architekturen hält Plavcak in blassen Farben fest. Den
Sci-Fi-Motiven stehen Bilder kultureller Fremdheit gegenüber. Für "Herz
der Finsternis" (8100 €) hat die Wiener Künstlerin ein Bild mit
Eingeborenen aus dem Film "Apocalypse Now" als Vorlage verwendet und
gekonnt Pastelltöne mit dunklen Akzenten kontrastiert. (Bis 2. Juli,
Karl-Schweighofer-Gasse 12, Wien 7) Lukas Feichtner: UmwerfendFür seine jüngste Vernissage hatte sich Manfred Grübl
etwas Besonderes ausgedacht: Jeder, der in die Galerie wollte, musste sich
von einem Profi-Wrestler umwerfen lassen. Diese Erfahrung bleibt dem
regulären Ausstellungsbesucher zwar versagt, aber er kann auf der Matte
herumhüpfen und sich die Eröffnungsperformance auf Video ansehen. Die
anschließende Fotoserie "vor allem dank an die Fans . . ."
(je 750 €) porträtiert Istanbuler Fußballliebhaber mit ihren jeweiligen
Teamschals. Ein zweiter thematische Strang der Schau behandelt die Grenze
zwischen öffentlich und privat. Das Video "Stichproben" (4500 €) führt von
den Dächern Wiens ins Innere der Wohnungen, so als könnte die Kamera durch
Wände sehen. Für überspannte 32000 € wird eine Installation aus Jalousien
angeboten, die auf Befehl eines Bewegungsmelder hinauf- und
herunterzurren. Am streng überwachten Roten Platz in Moskau führte Grübl
eine "4 Minuten Demo" durch. Die Gruppe aus Wien schlüpfte in signalrote
Mäntel und rief damit sofort die Polizei auf den Plan. Die Regenhäute samt
Doku-Fotos sind für 5700 € zu haben. (Bis 18. Juni, Seilerstätte 19,
Wien 1) Nicole Scheyerer |
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