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vom 27.06.2007 - Seite 023
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Großformatige und großartige Kunst im Lentos: unter anderem Markus Lüpertz' "Paradies" Foto: OÖN/dh
Klotzen statt kleckern
Das Linzer Lentos gewährt einen Blick in seine Sammlung: Im riesigen Ausstellungsraum hängen bis 28. Oktober großformatige, großartige Gemälde, im Raum dahinter auch Grafiken. Zeitgenössische Künstler haben - ebenfalls aus dem Bestand - feine Kunsträume komponiert.
VON DIETLIND HEBESTREIT
Nicht kleckern, sondern klotzen: Das Lentos-Kunstmuseum zeigt bei der Schau "große malerei" seine Giganten. 60 Jahre nach der ersten Ausstellung der Lentos-Vorgängerin "Neue Galerie der Stadt Linz", die immer in beengten Verhältnissen steckte, ist jetzt Zeit und Platz, um alle Register zu ziehen.
Fünf Meter hoch ist Gunter Damischs "Großes Auffeld", bei dem sich mehrfach durchkreuzte Linien wie Operationsnarben über gelbe, himmel- und mitternachtblaue Flächen ziehen und winden.
Auf Markus Prachenskys zehn Meter breitem Gemälde "Rouge sur blanc" knallen fette, blutrote Fahrer und feine Spritzer. Bei einer vom Schnee verschluckten Landschaft setzt Bruno Hoffmann nur Pressspanplatten-Beige und andere Un-Farben ein. Teerbraun kommt Hermann Nitschs sechs Quadratmeter großes Schüttbild daher. Bei Otto Zitko wurlt es dottergelb, tiefblau, weiß und grau. Aus Markus Lüpertz' riesigem "Paradies" lugt eine düstere Krähe, daneben prangt ein Gemälde aus Kurt Kocherscheidts "Ägyptische Reihe II".
Als Nachbar von Vanessa Jane Phaffs schwarz-weißer, grafisch-reduzierter "Lisa here is Lisa" wirkt Otto Mühls gelbgesichtiger "Kurti Kalb" fast schon ordinär.
Neue Räume für Zeitgenossen
Alles an der Schau, die sich von der Nachkriegszeit bis zur Gegenwart erstreckt und 21 Arbeiten umfasst, ist groß: die Namen, die Maße, das künstlerische Spektrum. Einige der Werke zeigt das Lentos erstmals, viele sind großzügige Leihgaben. Auch wenn manche der Bilder interagieren, so bleibt als verbindende Klammer doch vor allem die Größe. Anders bei zwei neuen Kunsträumen, in denen anlässlich des 60-Jahr-Jubiläums Bilder der Sammlung von zeitgenössischen Künstlern neu gruppiert wurden. Dietmar Brehm geht kühn ans Werk: Er paart Klassiker und Zeitgenossen, zeigt in einer Ecke einen animalischen Marilyn Manson mit Mickey-Mouse-Ohren, in einer anderen eine blasse Gustav-Klimt-Dame, daneben eine von Arnulf Rainer übermalte Totenmaske. Lustvoll kombiniert, mutig komponiert Brehm.
Das Ergebnis: ein spannendes Kunst-Geflecht. Etwas milder wirken Lois und Franziska Weinberger bei ihrem Raum "Wegwarte". Sie präsentieren an einem pistaziengrünen Horizont allerlei Naturverbundenes, schaffen ebenfalls ein stimmiges Kunstkabinett.
Bis Jahresende sollen unter dem Motto "Aufmischen" noch weitere solche Neuhängungen durch Künstler passieren, die dann bis zum Kulturhauptstadt-Jahr 2009 bestehen bleiben.
Info: Dauer der Ausstellung bis 28. Oktober, www.lentos.at |
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