Die Kreativbranche soll zusätzliche Arbeitsplätze bringen
Neue Fördergesellschaft für "Creative Industries"
Die "Creative Industries" gelten weltweit als Boom-Branche:
An der Schnittstelle von Kunst, Kultur und Wirtschaft arbeiten etwa in
London mehr als 500.000 Menschen, der Kreativbereich ist dort bereits der
drittgrößte Arbeitgeber. Für einen ähnlichen Aufschwung soll in Wien nun
eine eigene Tochtergesellschaft des Wiener Wirtschaftsförderungsfonds
(WWFF) sorgen, gaben Wirtschaftsstadtrat Sepp Rieder (S) und
Wirtschaftskammer-Präsident Walter Nettig gestern, Dienstag, in einer
Pressekonferenz bekannt. Als Geschäftsführer des neuen - und noch
namenlosen - Unternehmens wurde Norbert Kettner auserkoren, der bisher als
Pressesprecher Rieders tätig war. Ab 1. Jänner 2004 will er mit drei
Mitarbeitern Projekte in den Bereichen Multimedia, Design, Mode und Musik
unter die Arme greifen und potenzielle Wirtschaftspartner zusammenbringen.
Der Schwerpunkt der Arbeit werde bei der Internationalisierung liegen, so
Kettner: "Wir haben inhaltlich eine exzellente Content-Produktion. Wo es
bei uns hapert, ist der internationale Vertrieb." Zukünftig sollen dafür
etwa Trendscouts nach Wien geholt werden. Doch auch am Heim-Markt will
Kettner die Kreativszene sichtbar machen: "Wir wollen die jugendlichen und
mittelalterlichen Wilden aus ihren Wohnzimmerateliers und Hinterhofbüros
hervorholen." Vorstellbar sei, einzelnen Projekten temporär leer stehende
Geschäftslokale zur Präsentation zur Verfügung zu stellen. Als
positives Beispiel für die Förderung der Kreativszene in Wien nannte
Kettner das Musiklokal "Flex" am Donaukanal. Allen Unkenrufen und
Warnungen vor einer ausufernden Drogenszene zum Trotz habe die Stadt das
Lokal vor Jahren bei der Übersiedlung aus dem 12. Bezirk unterstützt.
Heute sei das "Flex" bei jungen Leuten ein internationaler
Tourismusmagnet, außerdem sei es von der Zeitschrift "Spex" zum besten
Musiklokal im deutschsprachigen Raum gekürt worden. Rieder betonte,
dass man mit der Förderung der Creative Industries keineswegs die
Kulturförderung ersetzen wolle. Vielmehr gehe es darum, "den Schritt von
der künstlerischen Kreativität zur wirtschaftlichen Innovation zu
unterstützen und zu fördern". Bereits heute seien 50.000 bis 60.000
Menschen in Wien in dieser Branche beschäftigt, so Rieder unter Verweis
auf WIFO-Daten. Gefördert wird die Branche auch heuer wieder mit einem
so genannten "Call". Multimedia-Unternehmen können sich dabei ab 1.
September vier Tage lang um Fördergelder bewerben, Projekte für das
Mozartjahr 2006 werden bevorzugt. Insgesamt stehen 1,5 Mill. Euro zur
Verfügung, die maximale Förderhöhe liegt bei 250.000 Euro. Die drei besten
Projekte werden mit Preisgeldern in Höhe von 15.000, 10.000 und 5.000 Euro
belohnt. Informationen im Web unter http://www.wiennovation.at/ .
Erschienen am: 06.08.2003 |
. |
![]()
ImPulsTanz: Ismael Ivo zeigt
die Solo- Performance "Mapplethorpe" im Volkstheater
Klaus Maria Brandauer baut in El- Arisch Kulturbrücken
Mainoni: "Kunst soll politisch sein"
Tanz- Festival ImPulsTanz 2003 zieht erste Bilanz
Die Kreativbranche soll zusätzliche Arbeitsplätze bringen
![]()
![]()
![]()

![]()
![]()
![]()
![]()
|
. |