Kolumbianer Botero im Wiener Kunstforum

Foto © APA
Figurative Heiterkeit trifft monumentale Größe: Erstmals in Österreich zeigt das Wiener Kunstforum eine große Retrospektive des kolumbianischen Künstlers Fernando Botero und fokussiert dabei ganz auf die farbenprächtigen Ölgemälde des 79-Jährigen, der persönlich nach Wien anreiste. Rund 60 Arbeiten geben Einblick in das "Botero Universum", wie es Kuratorin Benesch gegenüber der APA bezeichnete.
Die Ausstellung, die ab Mittwoch zu sehen ist, bietet Auszüge aus fünf Jahrzehnten und zeigt auch eine eher bedrückendere Facette des für seine voluminösen Figuren bekannten Kolumbianers. Dieses Markenzeichen, mit dem Boteros Gemälde und Skulpturen weltbekannt wurden, sieht der Künstler selbst in aktuellen Charakterzügen der Kunst begründet. "Heutzutage sind ja die meisten Bilder flach", erklärte Botero im APA-Gespräch.
Seine wesentliche Einflüsse bezog der Künstler durch Europaaufenthalte in Spanien und Italien, wo er Werke der frühen Renaissance und der spanischen Barockmalerei studierte. "Hier entdeckte er die Möglichkeit, Volumen darzustellen", so Benesch. Kombiniert werden seine klare Form- und Farbsprache mit recht typischen Themen für einen südamerikanischen Künstler, von Zeugnissen über Missstände in seinem Heimatland über religiöse Darstellungen bis zu Studien des Stierkampfes.
Diesen Themen sind im Kunstforum auch eigene Räume gewidmet, den größten Eindruck dürfte aber wohl Boteros Zyklus zu Abu Ghraib hinterlassen. Benesch bezeichnete die 2004 und 2005 entstandenen Gemälde und Skizzen als "ganz direkte, immanente Reaktion auf die Bilder der Folterungen" im Irak durch US-Militärs. "Erstaunlich ist dabei, wie er an diese Bilder, die er aus einer inneren Empörung heraus gemalt hat, anders herangeht." So seien die Arbeiten der Kuratorin zufolge "sehr direkt und brutal" und eine Form "eruptiver Malerei".















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