Salzburger Nachrichten am 24. Juni 2002 - Bereich: kultur
Gegen die Langeweile



Daniel Buren,

ein französischer Konzeptkünstler, will in den kommenden Monaten das Pariser Centre Pompidou von seiner "tödlichen Langeweile" befreien. Mit seiner Schau "Das nicht existierende Museum" wolle er die "Monotonie" des modernen Kunstmuseums im Pariser Zentrum "durchbrechen", sagte der 64-Jährige der Sonntagszeitung "Le Journal du Dimanche". Ab Mittwoch ist die Ausstellung zu sehen, für die Buren 71 Würfel mit einer Kantenlänge von 6 Metern zu einem Spiel mit Räumen zusammenstellte.

Im "unbrauchbaren" Foyer des Centre Pompidou parkte Buren 15 Autos - zugleich eine Anspielung auf sein Steckenpferd, die Umgestaltung von Parkflä-chen.

Als Weimar 1999 europäische Kulturhauptstadt war, hatte Buren vorgeschlagen, einen Platz der Innenstadt mit Hunderten von Quadern und Stelen zu einer "dauerhaften Skulptur" umzugestalten. Der Rollplatz hätte dann nicht mehr als Parkfläche benutzt werden können, was nach aufgeregten Debatten durch einen Beschluss des Stadtrates verhindert wurde.

Die Ausstellung im Centre Pompidou, die vor allem zu einem Spiel mit Raum-Illusionen und unerwarteten Perspektiven wird, ist vom 26. Juni bis 23. September zu sehen.