Salzburger Nachrichten am 25. November 2005 - Bereich: Kultur
Geld für die Kunst

In Wien wurden die "Maecenas"-Preise vergeben

WIEN (SN-mo). Am Donnerstagvormittag wurden sie verkündet, am Abend mit einer Gala im Wiener Hotel Imperial gefeiert: die Träger der "Maecenas"-Kultursponsoring-Preise 2005. Bereits zum siebzehnten Mal wurde dieser Preis vergeben, der 1987 von einer eigens dafür gegründeten Initiative "Wirtschaft für Kunst" ins Leben gerufen wurde. Den "Maecenas" erhalten Unternehmen, die durch ein besonders gelungenes Kultursponsoring aufgefallen sind. Der Wert des Preises liegt im Image, welches das ausgezeichnete Unternehmen dadurch erhält, er ist nicht dotiert. Mitglied der "Initiativen für Wirtschaft und Kunst" ist auch der ORF; er stellt die Preisträgerporträts her und ist Mitgestalter der Gala.

Der "Maecenas" wird in verschiedenen Kategorien vergeben. Deren erste sind die "Einsteiger" für Unternehmen, die sich das erste Mal an das Kultursponsoring gewagt haben. Darunter kann auch so ein Gigant sein wie das Pharma-Unternehmen Hoffmann-La Roche aus der Schweiz. Dessen in Graz ansässige Tochtergesellschaft "Roche Diagnostics" erhielt den "Einsteiger"-Maecenas für seine Förderung der Ausstellung "Bewegliche Teile" vom Oktober 2004 bis Jänner 2005 im Kunsthaus Graz. Darin ging es um das Zusammenwirken von Mensch und Maschine. Die Jury lobte besonders die großzügige Unterstützung sowie "die Qualität des Projektes und der Kooperation".

In der Kategorie "Klein- und Mittelbetriebe" (KMU), die für unternehmerische Engagements aus diesem Segment bestimmt ist, ging der Preis an die "Brandner Schifffahrt GmbH" für die Bereitstellung eines "schwimmenden Geräteträgers" als Spielort des dritten Teils von Dantes "Göttlicher Komödie" bei den Melker Sommerspielen. Dieses Unternehmen fördert Kulturprojekte entlang der Donau seit 1997. Für das "Beste Kunstsponsoring-Konzept" wurde die Wien-Filiale der Deutschen Bank ausgezeichnet. Die Deutsche Bank Stiftung ist Initiatorin und Mitträgerin des "Central & Eastern European"- Musiktheaters, das unter anderen von der Wiener Staatsoper unterstützt wird.