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Marc Chagalls Frühwerk im Kunstforum zu sehen
Wien (APA) - Im Wiener BA-CA Kunstforum eröffnet am Dienstagabend "Marc Chagall - Meisterwerke 1908-1922". Während man in der Albertina zum Jahreswechsel 2004/05 Chagalls zwischen 1931 und 1966 entstandene Bibelzyklen gezeigt hatte, konzentriert man sich im Kunstforum (bis 18. Februar) auf das Frühwerk des Meisters. Eine "hinreißende Ausstellung" versicherte die Leiterin Ingried Brugger am Dienstag.

In zweieinhalbjähriger Vorbereitungszeit hat man die seit langem aufgebauten guten Beziehungen zu Museen und Sammlern in Russland genutzt, um rund 100 Gemälde, Aquarelle und Zeichnungen für die Schau zusammenzutragen. Die meisten Werke kommen aus der Tretjakow-Galerie in Moskau und dem Staatlichen Russischen Museum in St. Petersburg, viele weitere, internationale Leihgeber haben ergänzende Exponate geschickt. Im Zentrum der Schau steht der komplett gezeigte siebenteilige Zyklus monumentaler Wandgemälde, die Chagall 1920 für das Staatliche Jüdische Kammertheater in Moskau geschaffen hat. Von hier aus werden die wesentlichen Motive aus der Frühphase des 1887 im jüdischen Ghetto der weißrussischen Kleinstadt Witebsk geborenen und 1985 im südfranzösischen Saint-Paul-de-Vence gestorbenen Künstlers gezeigt: die Traditionen der chassidischen Welt, die russische Volkskunst, das Theater und das Erzählen der alten Mythen und Überlieferungen. "Eine Mischung aus den eigenen jüdischen und russischen Wurzeln und den internationalen Möglichkeiten", ortet Brugger in den Bildern, und tatsächlich verblüfft beim Rundgang die Vielzahl an kunsthistorischen Querverbindungen in Chagalls Arbeiten. Tatsächlich sollte man sich für die Ausstellung Zeit nehmen. Im Kunstforum ist man sich des Erfolgs der bis 18. Februar laufenden Ausstellung sicher. Über 35.000 Tickets konnten bereits im Vorverkauf abgesetzt werden.

APA 15:11 14.11.2006
 
   


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