Hauptmenu . _
Hauptmenu
Hauptmenu Hauptmenu Hauptmenu
Hauptmenu .

Linkmap

.
. .

Oberes Belvedere: Köpfe von Josef Pillhofer

Ein ästhetischer Diskurs

Von Brigitte Borchhardt-Birbaumer

Debattieren Sie mit!Noch bis 22. September sind in der Österreichischen Galerie im Oberen Belvedere hinter dem Carlonesaal im Erdgeschoß die Variationen zum Thema "Köpfe" von Josef Pillhofer zu sehen. Der 1921 in Wien geborene Bildhauer besuchte die Kunstgewerbeschule Graz und studierte danach bei Fritz Wotruba an der Akademie. 1951 reiste er bereits nach Paris und pflegte dort zu den wichtigen Vertretern der klassischen Moderne Kontakt: Brancusi, Zadkine - bei dem er studierte -, Laurens, Giacometti und Poliakoff. Die geistigen Bezüge zu ihnen sind anhaltend spürbar und auch die römischen Stipendiatsaufenthalte führten zu wichtigen Bekanntschaften wie mit der Dichterin Ingeborg Bachmann oder dem Kunsthistoriker Günther Heinz.
Pillhofer ist zweimaliger Biennalebeiträger (Venedig 1954 und 1956), Staatspreisträger (1968), Mitbegründer der "Gruppe 59" Frohner, Oberhuber, Muehl, Avramidis und Heimo Kuchling (der auch im Katalog neben Kurator Franz Smola schreibt), und er war auch immer Pädagoge, Professor in Graz, Gastordinarius und Lehrbeauftragter in Wien; zudem stellte er in den bekanntesten Galerien und Museen des Landes aus.
Die Aufstellung der sich vom Realismus bis zur Abstraktion wandelnden Köpfe aus verschiedensten Materialien (Holz, Bronze, Kalkstein, Gips, Marmor, Eisen und Aluminium) mit ebenso wechselnden Podesten (was noch an das Konzept Brancusis erinnert) ist von Pillhofer mit Kurator Smola bestens konzipiert worden. Dabei lässt sich die methodisch pluralistische, zeitbezogen offene Einstellung in flexibler Arbeitsweise zur gleichen Zeit vom Impressionistischen bis kubistisch Abstrakten gut nachvollziehen. Die einer haptischen Auffassung entgegenkommende Platzierung setzt sich auch bei der Hängung der meist unabhängigen Bildhauerzeichnungen zum Thema fort.
Der Wald von Köpfen von Familienmitgliedern bis zum Philosophen Popper lässt sich gut und mit ästhetischem Genuss durchwandern. Eine rezente Arbeit ist der Kopf aus bemalten Aluplatten, der mit einigen anderen Beispielen extra für die Ausstellung erst entstanden ist. Er lebt von einer starken orthogonalen Verspannung im Räumlichen, andere weisen auf die Ursprünge der Kunst oder auf Ägyptisches hin. Pillhofer wollte keine retrospektive Leistungsschau, sondern einen Einblick in seine Werkstatt und auf seine Beziehung zur Natur im bleibenden Thema Kopf, der schon einmal auch zum "Bergkopf" mutieren kann. Ein anhaltend spannender Diskurs, reduziert und dem geistigen Konzept des Humanismus verpflichtet.

Erschienen am: 13.09.2002

.

bullet Oberes Belvedere: Köpfe von Josef Pillhofer

bullet Quer durch Galerien

bullet Gehrer und Mailath- Pokorny eröffnen quartier21 im MuQua

bullet Museen der Stadt Wien: Konzept von Wolfgang Kos

bullet Die Terroranschläge des 11. September 2001 haben auch im Bereich Kunst und Kultur Spuren hinterlassen

bullet Ferrero- Waldner: Inland mehrsprachig, im Ausland Deutsch

.