ERNST P. STROBL Wien (SN). Das Kürzel Ed.Hölzel kennt jeder. Bis heute steht es in Verbindung mit dem Schulatlas, der im "Verlag Ed.Hölzel" erscheint. Adolf Hölzel stammt aus dieser Verlegerfamilie und wurde Künstler. Das Leopold Museum Wien beweist mit einer groß angelegten Retrospektive, die bis 27. August zu sehen ist, dass der 1853 in Olmütz geborene Adolf Hölzel einer der großen Neuerer der Malerei des frühen 20. Jahrhunderts war und - nur um ein Beispiel zu nennen - schon Jahre vor Wassily Kandinsky ein "abstraktes" Bild malte. In späteren Jahren schien Hölzel Entwicklungen vorauszuahnen. Seine malerischen Experimente stießen weit in Bereiche und Techniken vor, die später etwa als "informel" zusammengefasst wurden. Das zeigt die Ausstellung mit später entstandenen Werken von Henri Michaux oder Serge Poliakoff.
Insgesamt 180 Werke von Adolf Hölzel, überwiegend aus Privatbesitz, werden von "geistesverwandten" Kunstwerken wie etwa von Egon Schiele aus der Leopold-Sammlung ergänzt.
Prägend war für den "braven Landschaftsmaler", wie Elisabeth Leopold bei der Presseführung am Donnerstag Hölzel nannte, die Verbindung zur Secession in Wien. Obwohl Hölzel in Dachau oder Stuttgart lebte, funktionierte das Familiennetzwerk tadellos, der Einfluss in Wien blieb intakt. Das Aufeinandertreffen Hölzels und der Vertreter der Wiener Stilkunst bewirkte ein "Formumdenken", Hölzels Weg in die Abstraktion begann, den er bis zuletzt ging. Davon zeugen Pastelle und Glasfenster, Ölbilder und Collagen. Die Kunst der Form wurde weiterentwickelt und führte zur Freiheit der Abstraktion. Das zeigen Tuschezeichungen ebenso wie Bilder, die direkt aus der Tube zu "Zeichnungen" führten. Die Ausstellung rückt einen zu Unrecht Vergessenen wieder ins Licht.Information: www.leopoldmuseum.org .







