ERNST P. STROBL Salzburg (SN). Der parteifreie Salzburger Gemeinderat Ernst Flatscher ist wieder in Sachen Kultur unterwegs. Er gehört zu den Gründern des "Artforum Salzburg", unter dessen Dach sich rund 65 künstlerisch tätige Mitglieder lose zusammengeschlossen haben. Die größten Erfolge mit Ausstellungen feierte das Artforum in den vergangenen Jahren, als ihm die Salzburg AG das Hochhaus in Lehen zur Verfügung stellte. Die Zeiten sind vorbei, das Haus wurde geräumt und steht derzeit leer.
Auch die Lehener Kaufmannschaft, die voller Selbstbewusstsein und regionaler Identität anfangs das Artforum kräftig unterstützt hatte, hat sich mittlerweile auf Grund von Meinungsverschiedenheiten eher zurückgezogen.
Acryl für Musikund Kunstgeschichte Ernst Flatscher kennt sich allerdings in Lehen gut aus, nun hat man in der Ignaz-Harrer-Straße 71 eine Vorstadtvilla als Ambiente für eine neue Ausstellung gefunden. Morgen, Freitag, wird um 19 Uhr die Ausstellung von Karola Krautschneider und Christoph Althammer eröffnet.
Bis 25. September sind hier die Werke von zwei unterschiedlich denkenden und arbeitenden Menschen zu sehen. Aus unterschiedlichen Generationen stammend - die in Wien geborene Karola Krautschneider ist Jahrgang 1962, ihr Salzburger Kollege kam 1987 zur Welt -, stießen beide Maler in entgegengesetzter Richtung auf ihre Inspiration. Musik ist die eine, der Fundus der Kunstgeschichte ist die andere Quelle von Ideen und Grundlage der künstlerischen Umsetzung.
Karola Krautschneider bezeichnet sich selbst übrigens nicht als Malerin, sondern als "Bildermacherin". Seit vielen Jahren ist sie begeisterte Anhängerin des Wiener Liedermachers und Schauspielers Ludwig Hirsch. Es sind nicht nur die vielfach bekannten Titel, welche auf die Acryl-Arbeiten übertragen werden, die als "Hommage an Ludwig Hirsch" gedacht sind. "Komm, großer schwarzer Vogel" etwa hängt neben "Nix anderes zählt" und hält bildhaft die Gedanken und Gefühle von Karola Krautschneider fest.
Ausgerechnet dem Jugendstil verfallen ist der Jüngere, Christoph Althammer. Sogar ein markantes Schwein wie die zutrauliche "Biggi", das wohl bekannte Maskottchen des Gutes Aiderbichl, wird aus dem "Stall" geholt, durch die von Gustav Klimt und seiner Zeitgenossen entlehnten Jugendstilornamentik neu "eingerahmt". Als "Hommage an Gustav Klimt" malte Althammer auch Bilder wie den rot gefiederten "Ara Macao" oder "Tiffany" mit Insekten, Blumen und Ornamenten, jeweils Acryl auf Leinwand. Die Artforum-Vernissage am Freitag wird übrigens von Edgar Pelz am Klavier musikalisch umrahmt. (Öffnungszeiten: Mittwoch, 17 bis 18 Uhr, Samstag 15 bis 15 Uhr.)
Skulpturenund Kraftstoff Dass eine Tankstelle für Kraftfahrzeuge auch zu einer Tankstelle für künstlerische Eindrücke werden kann, will das Artforum mit der Errichtung eines Skulpturenparks beweisen. Auch in diesem Fall ist Ernst Flatscher der "Motor" der Organisation. Zwölf Bildhauer werden auf dem Gelände der Esso-Tankstelle in der Ignaz-Harrer-Straße 70 Skulpturen aufstellen, ein Anfang ist bereits mit einem Stein-Saurier namens "Fridolin" gemacht, den Gottfried Recnik am Straßenrand abstellte. Der Skulpturenpark wird am 4. September um 19 Uhr von LH-Stv. Othmar Raus eröffnet, auch hier kommt Musik zu Wort in Form eines Auftritts der Swing Company, zu Wort.
Zu den Ausstellern aus Salzburg, Oberösterreich, Tirol, Kärnten und Serbien gehören unter anderem der Metallbildhauer Peter Wiener und der Betreiber der Galerie Sam, Sebastian Karl, der sich mit einer dreieinhalb Tonnen schweren Frau in Stein, "Big Mama", am Skulpturenpark beteiligt.
Man darf annehmen, dass die Wahl des Standortes Tankstelle weniger Kunst-Aufregung verursachen wird als die Innenstadt, wo die Salzburg Foundation Skulpturen weltbekannter Künstler aufgestellt hat.






