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"Cella - Strukturen der Ausgrenzung und Disziplinierung" -
Ausstellungsdauer von 6. bis 28. November 2009; Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag, 11.00 - 19.00 Uhr; Ort: Complesso Monumentale di
San Michele a Ripa, Via San Michele 25, Rom

Innsbruck/Rom - "Freiheit" als zentraler Inhalt des aktuellen Tiroler Gedenkjahres anlässlich der Freiheitskämpfe rund um Andreas Hofer vor 200 Jahren steht als komplementäres Thema im Mittelpunkt der Ausstellung "Cella" in einem Gefängniskomplex in Rom. Darin sollen Strukturen der Ein- als auch der Ausgrenzung sowie der Disziplinierung zum Ausdruck gebracht werden. 38 internationale KünstlerInnen haben sich an der ab 6. November anlaufenden Ausstellung beteiligt.
"Der Ort dieser Ausstellung ist auch für den Inhalt sehr zentral und Teil von ihr", erklärte Kurator Christoph Bertsch am Montag bei einer Pressekonferenz in Innsbruck. Ausgangspunkt ist stets die Zelle als kleinster möglicher Ort menschlichen Seins aber auch möglicher Gegenwelten. Während der Ausstellungsdauer sollen die 60 Einzelzellen und das Refektorium von den Künstlern mitunter aus New York und Havanna in Form von Filmen, Installationen oder skulpturalen Werken besetzt werden - nach Geschlechtern getrennt, entsprechend der vorgegebenen architektonischen Struktur.
Fragen der Ausgrenzung
"Freiheit, Aus- und Eingrenzung betreffen nicht nur die Tiroler Geschichte, sondern müssen im internationalen Kontext behandelt werden", meinte Tirols Kulturlandesrätin Beate Palfrader. Der zweite Teil des Projektes soll von 21. bis 23. Jänner 2010 in Innsbruck stattfinden. Internationale WissenschafterInnen werden im Rahmen eines Workshops mit den KünstlerInnen die Thematik von theoretischer und künstlerischer Position in einen Dialog stellen.
"Fragen der Ausgrenzung begleiten jede menschliche Gesellschaft", fügte Bertsch hinzu. Von Armenasylen und Leprakrankenhäusern im Mittelalter bis hin zu Erziehungsanstalten und Gefängnissen der Neuzeit. Der zu Beginn des 18. Jahrhunderts von einem Barockarchitekten errichtete Gefängniskomplex in Rom diente der Umerziehung von Jugendlichen. Er galt weltweit als erster Bau mit zellenförmiger Grundrisslösung und war eine päpstliche Institution. (APA)