Ausstellung: Hubert Scheibl Fat Ducks
Scheinbar tosende Elemente
|
Scheibl: "Vielen Dank für das sehr unterhaltsame Spiel" (2001: Odyssee im Weltraum), 2008 Foto: Hubert Scheibl
|
Von Brigitte Borchhardt-Birbaumer
Klosterneuburg.
Vom poetischen Umgang mit dem Medium Malerei her ist die Schau "Fat
Ducks" von Hubert Scheibl (1952 in Gmunden geboren) eine schöne
Fortsetzung von Max Weiler in die Gegenwart, zumal er bei Weiler und
später Arnulf Rainer studiert hat.
Aus der Gruppe der "Neuen Wilden" in Österreich, die in den
achtziger Jahren von Wilfried Skreiner in Graz entdeckt, schnell ihren
Siegeszug nach Wien antraten, hat er das Spiel mit abstrakter Natur am
stärksten vorangetrieben.
Attraktion der Farbe
Die anhaltenden Naturassoziationen, die vor Bildern dieser, die
Malerei vorantreibenden Generation, auftreten, sind erstaunlich.
Zwischen scheinbar tosenden Elementen, alten Mauern und Nebelschleiern
hat Scheibl nach fast monochromen Arbeiten der achtziger und neunziger
Jahre eine teilweise aufglühende Attraktion der Farbe entwickelt. In
Riesenformaten, meist ohne Titel, ist Buntheit ebenso wichtig wie deren
Auflösung in weißgrauen Lichtflächen. Mit Rainer teilt Scheibl die
Liebe zum Paradoxen: In die Rotunde hat er zu seinen zarten
Papierarbeiten, neuerdings mit anthropologischen Verweisen, eine
geruchsintensive Installation mit zerfetzten Autoreifen und einer
Skulptur eingebaut – das Ursprüngliche der "primitiven" Form, steht zur
Zartheit seiner malerischen Poesie in schroffem Gegensatz.
Die Nervenanspannung soll unsere Wahrnehmung heutiger
intellektueller Kunstsprachen schärfen und nicht zur meditativen
Weltentrückung verführen. Manche Schönheiten in Scheibls zuweilen auch
nächtlich anmutenden Bildern sind als grafische Spurennetze zu
begreifen – da begegnen sich über Twombly Weiler und er wunderbar.
Ausstellung
Hubert Scheibl Fat Ducks
Essl Museum Klosterneuburg
Tel. 02243/37050-150
bis 2. Mai 2010
http://www.essl.museum
Printausgabe vom Freitag, 19. März 2010
Online seit: Donnerstag, 18. März 2010 18:13:00
Kommentar senden:
* Kommentare werden nicht automatisch veröffentlicht. Bitte beachten Sie unsere Regeln.
Die
Redaktion behält sich vor Kommentare abzulehnen. Wenn Sie eine
Veröffentlichung Ihrer Stellungnahme als Leserbrief in der Druckausgabe
wünschen, dann bitten wir Sie auch um die Angabe einer nachprüfbaren
Postanschrift im Feld Postadresse. Diese Adresse wird online nicht
veröffentlicht.