

vergrößern 500x924Subodh Gupta vor seiner Skulptur "Et tu, Duchamp?"
Wien - Sein Österreich-Bezug reicht zurück ins Jahr 1996. Damals trafen einander drei österreichische und drei indische Künstler bei einem zweimonatigen Workshop in Neu-Delhi: Subodh Gupta, einer der sechs, schuf seine erste Installation. Und träumte von einer Weltkarriere wie der seines Landsmanns Anish Kapoor.
Heute zählt Gupta, geboren 1964 als sechstes Kind eines Eisenbahnarbeiters, zu den berühmtesten Künstlern weltweit, seine Skulpturen werden nicht unter einer Million Euro gehandelt; eine davon trägt den Titel Et tu, Duchamp? und hat nun bis Ende August das Zeug zum temporären Wiener Wahrzeichen.
Diese skulpturale Paraphrase auf Duchamps Mona Lisa mit Bart sei, so präzisiert Gupta während seines zweitägigen Wienbesuchs, nicht so sehr Heldenverehrung, sondern eher ein Dialog; eine 3-D-Postkarte an den großen Konzeptkünstler.
Mona Lisas Rückseite, über die man bisher nur spekulieren konnte, bedeckt Gupta mit einem fließenden Gewand, das an einen indischen Sari erinnert. Immer reflektiert Gupta in seinen Arbeiten - auch - die Kultur Indiens; Very Hungry God nannte er etwa seinen riesigen Totenkopf aus typisch indischen Blechkochtöpfen.
"Meine Inspiration kommt von Indien. Ich brauche meine Wurzeln, den Kontakt zu den normalen Menschen." Nach Wien wird er ab Herbst dennoch öfter kommen: als Gastprofessor an der Universität für angewandte Kunst. (asch / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 29.4.2010)
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