Sparpläne lassen es im Museum Joanneum rumoren
Für heftiges Rumoren haben die am Dienstag veröffentlichten Spar- und Umorganisationspläne im steirischen Universalmuseum Joanneum gesorgt: Kurator Weibel attackiert Intendant Pakesch. Widerstand auch aus dem Volkskundemuseum.

Foto © Scheriau/SujetHeftiges Rumoren im Joanneum
Der Chefkurator der Neuen Galerie, Peter Weibel, griff Intendant Peter Pakesch frontal an, unter dem Deckmantel des Sparens personelle Rechnungen begleichen zu wollen. Auch im Volkskundemuseum, das ab 2012 nur noch am Wochenende geöffnet werden soll, regt sich Widerstand: "Wir werden von der Gewichtung her intensiv getroffen - trotz kontinuierlich wachsender Besucherzahlen", so Museumsleiterin Roswitha Orac-Stipperger.
Provonkante Aussagen
Mit Aussagen wie "Das Joanneum ist mehr oder minder tot" oder Pakesch übe "administrative Gewalt" aus und führe einen "Vernichtungsfeldzug gegen die Neue Galerie", machte Weibel gegen seinen Widerpart über mehrere Medien Luft. Besonders die "Demontage" von Christa Steinle als Chefin der Neuen Galerie erregte Weibel, der androhte, drei Ausstellungen im Herbst - Hans Hollein, "Moderne: Selbstmord der Kunst?" und das "Bruseum" - ohne Steinle nicht machen zu wollen. Pakesch argumentierte auf APA-Nachfrage am Mittwoch, man habe Steinle im Zuge der Modernisierung der Organisation "etwas Adäquates" angeboten, "weil ihre alte Position nach dem neuen Organigramm nicht mehr besteht". Während alle anderen Betroffenen in derartiger Funktion Verständnis gezeigt hätten, sei das bisher bei ihr nicht der Fall gewesen.
Zur Androhung Weibels, sich von den Ausstellungen zurückzuziehen, meinte Pakesch: "Er hat einen Vertrag mit uns, und ich hoffe, dass wir mit ihm sprechen können." Im übrigen müsse man im Ausstellungsgeschäft immer in Alternativen denken.
Im Volkskundemuseum, das mit über 12.000 Besuchern 2010 zwar nicht berauschenden, aber seit der Wiedereröffnung 2008 kontinuierlichen Zuspruch zu verzeichnen hatte, bangt Leiterin Orac-Stipperger um das 100-Jahre-Jubiläum des Hauses in der Paulustorgasse im Jahr 2013: "Bisher wurde uns mitgeteilt, dass die Einschränkungen vorübergehend für 2012 sind". Sollte die Öffnungszeit darüber hinaus auf das Wochenende beschränkt bleiben und Sonderausstellungen überhaupt entfallen, würde ihr das "nicht gefallen". Das würde wohl aber den der Volkskunde beigemessenen Stellenwert widerspiegeln: "Da muss noch vieles präzisiert werden seitens der Geschäftsführung." Pakesch dazu: Nach 2012 sei alles noch unklar, aber inhaltlich müssen in der Volkskunde neue Aspekte dazukommen, weshalb man sie auch in den Bereich Alltagskultur integriert habe.
Bitter das Umbautenresümee von Emil Breisach, Nestor der steirischen Kulturszene: "Dort, wo gute Arbeit geleistet wird, sind die Leute weggekommen." Pakesch benutze die Kürzungen, um die Neue Galerie in seine Hand zu bekommen und Weibel aus Graz zu vertreiben.















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