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Neue Kunst für die Altstadt Salzburgs

Salzburg Foundation. Mit Skulpturen von drei Österreichern wird das auf zehn Jahre angelegte „Kunstprojekt Salzburg“ vollendet.

Hedwig Kainberger Salzburg (SN). Das zehnjährige Projekt der Salzburg Foundation für Kunst im öffentlichen Raum der Salzburger Altstadt geht ins Finale. Eigentlich war vorgesehen, dass – beginnend 2002 mit dem Anselm-Kiefer-Haus – jedes Jahr ein Künstler eingeladen und beauftragt wird, einen Ort in der Altstadt zu wählen und dafür ein Kunstwerk zu schaffen. Im zehnten und letzten Jahr wird dies erweitert. „Wir wollen ein besonderes Zeichen setzen, eine Hommage an Österreich“, sagte Walter Smerling, Künstlerischer Leiter der Salzburg Foundation, am Dienstag den SN. „In diesem Land ist doch viel mehr möglich, als man glaubt.“ In Paris oder London wären ähnliche Projekte nicht so konsequent umzusetzen wie in Salzburg.

Dieses „besondere Zeichen“ besteht in Skulpturen von drei Österreichern, und zwar von Brigitte Kowanz, Manfred Wakolbinger und Erwin Wurm. Die Standorte für die ersten beiden Kunstwerke seien bereits genehmigt, für jenes von Erwin Wurm sei die letzte Entscheidung noch ausständig, „aber ich bin guten Mutes“, sagt Walter Smerling.

Finanziert werden die Kunstwerke seit zwei Jahren und voraussichtlich auch heuer von privaten Mäzenen, insbesondere vom Industriellen Reinhold Würth sowie von Förderern der Salzburg Foundation und der deutschen, von Walter Smerling geleiteten Stiftung für Kunst und Kultur e. V. Wie berichtet, wird die Salzburg Foundation nach dem zehnten Jahr alle Kunstwerke der Stadt Salzburg als Geschenk anbieten. Bürgermeister Heinz Schaden (SPÖ) hat bereits mehrmals bestätigt, es sei vorgesehen, dieses Geschenk anzunehmen und in die Obhut des Salzburg Museums zu geben.

Am 1. Oktober sollen die letzten Skulpturen feierlich enthüllt werden. Damit wird das „Kunstprojekt Salzburg“ und der zu seinen 13 Kunstwerken führende „walk of modern art“ vollendet werden. Im Folgenden die drei Künstler und ihre Werke für Salzburg: Brigitte Kowanz Die Licht- und Medienkünstlerin ist Trägerin des Großen Österreichischen Staatspreises (2009), im Vorjahr wurde sie mit einer Werkschau im Mumok in Wien gewürdigt. In Salzburg hat sie die Staatsbrücke ausgewählt. Dort werden auf den vier Sockeln an den Brückenköpfen Glasvitrinen angebracht, die selbst leuchten und zugleich das Licht des Umraums reflektieren. Mit diesen vier Kuben auf beiden Seiten der Brücke entstehe ein Raum, der zugleich begrenzt und grenzenlos sei, erläutert Walter Smerling. Diese Kuben seien versehen mit dem „direktesten Ausdruck des Geistes, nämlich der Schrift“.

Die leuchtenden Inschriften lauten „beyond recall“, „dedicated secret“ und „envision“. Der Text im vierten Kubus erinnert an die Hunderten Kriegsgefangenen und Zwangsarbeiter, die von 1941 bis 1945 die Staatsbrücke hatten erbauen müssen. Manfred Wakolbinger Der Fotograf und bildende Künstler hat in Salzburg einen Ort gewählt, an dem Autos vorbeibrausen: den Rudolfskai. Diese Stelle sei eigentlich ein „Unplatz“, ein unscheinbarer Ort, der mit dem Kunstwerk eine neue Bedeutung bekomme, sagt Walter Smerling.

Die dafür entworfene und vorerst für zwei Jahre genehmigte Skulptur aus Edelstahl sei ein „organisch geschwungenes Objekt, das wie ein Wesen aus einer anderen Welt“ wirke. „Das Funkelnde, aber auch das gebrochene Innere dieser Skulptur ist symbolhaft für das Leben.“ Smerling beschreibt eine mögliche Assoziation: Dieses Gebilde sei ähnlich wie die Stadt Salzburg für ihre Gäste, man gehe hinein, durchlaufe Straßen, besuche Festung, Hotels und Kulturinstitutionen, dann komme man heraus. „Was bleibt haften? Und was bleibt übrig? Ein leerer Trichter? “ Erwin Wurm Auf dem Gehsteig vor dem Furtwängler-Park, links vom Brunnen, sollen Erwin Wurms Skulpturen in Form von Gurken aufgestellt werden. Gurken seien ein „banales und ironisches Bild“, sagt Walter Smerling. Wer bedenke, was alles mit Gurken assoziiert werde, dem werde die unglaubliche Bedeutung der Gurke bewusst.

Die Gurkenskulpturen werden an dieser Stelle voraussichtlich für zunächst drei Jahre genehmigt.

Kultur / 29.06.2011 29.06.2011 / Print

 
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