| Schrill: David LaChapelle im Kunsthaus Wien | ||||
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Björk
backstage auf einem rosa Plastikschwan, David Beckham im Leopardenslip mit
Löwenfell über der Schulter, Elton John beim Frühstück mit einem Paar
Spiegeleiern hinter den Augengläsern, David Bowie mit nackter Bowie-Puppe
auf dem Schoß oder Skandalrapper Eminem mit einem Feuerwerkskörper
zwischen den Beinen: Sie alle lieben es sich vor David LaChapelles Linse
in Szene zu setzen. Dem New Yorker Starfotografen und seiner poppig-
surrealen Fantasiewelt widmet das Kunsthaus Wien mit 150 Werken ab morgen,
Donnerstag, bis 22. September die erste große Ausstellung in Europa.
Im Trainingsanzug mit englischem Fußball-Abzeichen - eine Hommage an Modell Beckham - ließ der fröhliche Mittdreißiger mit dem jungenhaften Gesicht bei der heutigen Pressekonferenz das Blitzlichtgewitter seiner zahlreich erschienenen Kollegen über sich ergehen und stellte dabei den Genius loci des Ausstellungshauses, Friedensreich Hundertwasser, in eine Reihe mit sich, Jeff Koons, Keith Haring oder Andy Warhol: Sie alle hätten versucht, die Welt schöner zu machen und die Menschen zum Lächeln zu bringen. Zu schockieren sei nie seine Absicht gewesen, "it simply happens". Was für manchen provokant wirken mag, sind pralle, glänzende Körper in aufreizenden Posen, einzelne verstörende Szenarios wie eine dicke, nackte, möglicherweise erstickte Frau unter einer Glasblase ("The Lonely Doll I") und Elemente der Sadomaso-, Fetisch- und Pornoszene, die auch mal die Grenze des guten Geschmacks übertreten, so etwa eine Schuhwerbung für die Italian Vogue mit einem knallgelben elektrischen Stuhl. Aber LaChapelles Credo ist eben ein Satz von Truman Capote: "Guter Geschmack ist der Tod der Kunst". Seine Arbeiten sind knallbunt, originell und witzig, aus einer schier grenzenlos wirkenden Fantasie schöpfend erzählen sie oft skurrile Geschichten und wirken dabei mitunter wie eingefrorene Filmszenen - insbesondere diverse Bildgeschichten wie die fiktive Dokumentation vom Aufstieg und Fall einer Pornoqueen. Eine Reihe von Porträts, wie sie jedes zweite amerikanische Nachtkasterl zieren (Familie, High School Abschluss, Hochzeit), hat er zu einer ironischen Installation gruppiert. Neben der Fotografie choreografiert er in der Tat auch Musikvideos, sein Video "Natural Blues" für Moby wurde für die MTV Video Awards als "bestes visionäres Video" nominiert. LaChapelle, geboren 1968 in Connecticut, zog nach einem Kunststudium Mitte der 80er Jahre nach New York und hatte seine erste Anstellung als Fotograf gleich bei Andy Warhols Zeitschrift "Interview". Mittlerweile arbeitet er für die wichtigsten Magazine und bestreitet internationale Ausstellungen. Den eigentlichen Grundstein für LaChapelles Laufbahn legte seine Mutter, die mit Begeisterung die Familie kostümierte und in inszenierten Situationen ablichtete, und die auch sein erstes Modell abgab. "Sie posierte, ich drückte den Auslöser. Ich liebe dieses Foto noch immer." Link: Kunsthaus Wien | |||
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