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| 06.06.2005 - Kultur&Medien / Ausstellung | ||
| Georg Kargl: kultiviert - Galerie Leonhard: abstrahiert | ||
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Mit ihren Portraits autoritär posierender Geschäftsleute
und Kunstsammler aus den 80er Jahren bildeten Michael Clegg & Martin
Guttmann einen Habitus innerhalb der Machtstrukturen in Wirtschaft und
Kunstbetrieb ab. Seit Anfang der 90er nimmt das Thema Bücher einen breiten
Raum in ihrer Arbeit ein, in Form ortsspezifischer Installationen, die
durch Einbeziehung der Öffentlichkeit gewissen Veränderungen unterworfen
sind. Ihre aktuelle Schau fasst dies nun über den Zeitraum 1990-2005
zusammen und versucht vor allem, Clegg & Guttmanns Strategie des
Rekontextualisierens, der Werk-Übertragung von einem Umfeld in ein neues,
mit Fotos und Installationen Rechnung zu tragen. "Die offene Bibliothek
Graz" etwa besteht aus drei Büchervitrinen, deren Bestand u. a. von
Privatpersonen, Buchhandlungen, Verlagen gespendet wurde. Eine Bibliothek
ohne Aufsicht, für jeden zugänglich. Subversiver Natur ist auch die
"Moebius Library" (49.500 €). Eine bibliothekarische Ordnung von A-Z ist
in der Endlosschleifenstruktur schlichtweg unmöglich. "Sha'at'nez oder die
verschobene Bibliothek" (44.000 €) kombiniert Nachbildungen
unterschiedlicher Bibliotheken und wurde erstmals 2004 im Freudmuseum in
Wien gezeigt. Dort bot sie zwei unterschiedliche
Betrachtungsmöglichkeiten: Für jene, die sie als Erweiterung der
Museumsbibliothek nutzten, und für die Passanten, für die der von der
Straße aus sichtbare Annex wie ein Beobachtungsposten anmutete. Diese
Sichtweisen bietet die Installation in der Galerie nicht unmittelbar an.
Ortsspezifische Projekte funktionieren in einer Galerie eben bestenfalls
als Dokumentation ihrer selbst. In diesem Sinne ist die Schau eine
gelungene. (Bis 22. 6., Schleifmühlg. 5, Wien 4) Galerie Leonhard: abstrahiertMario Decleva (1930-79) entwickelte eine stark farbige,
zum Abstrakten tendierende Malweise und zählte in Österreich zu den
wenigen Künstlern des Informell. Im Gegensatz zur geometrischen
Abstraktion lehnt diese Richtung jegliche organisierte Formstruktur ab,
obliegt keinen festen Kompositionsregeln, um so durch spontane Rhythmik
von Linien und Farbflecken die geistigen Impulse des Malers unmittelbar
auszudrücken. In Ölmalerei, Radierung und Lithografie fand Decleva einen
ausnehmend individuellen Weg, Vegetatives beispielsweise trotz starker
Abstraktion seiner Naturentsprungenheit nicht zu berauben. (Bis
11. 6., Leonhardstr. 3, 8010 Graz) Manisha Jothady |
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