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| 29.12.2005 - Kultur&Medien / Medien | ||
| 25 Peaces: Stichwort: Courbets Skandalbild | ||
| Zeigte bereits vor 140 Jahren das Geschlecht einer mit geöffneten Schenkeln liegenden Frau | ||
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Die serbische, in Berlin lebenden Künstlerin Tanja Ostojic zitiert in ihrem umstrittenen Plakat zu Projektreihe zum Jubiläumsjahr 2005 "25 Peaces" Gustave Courbets Gemälde "L'Origine du monde" (Der Ursprung der Welt). Das nicht signierte, 46 Mal 55 Zentimeter große Bild hat wegen seiner Drastik im 19. Jahrhundert einen Skandal ausgelöst. Nach über einem Jahrhundert im "Untergrund" ist das Gemälde erst seit 1995 wieder im Pariser Musée d'Orsay zu sehen. "L'Origine du monde" zeigt das Geschlecht einer mit geöffneten Schenkeln liegenden Frau. Ostojic hat dagegen für ihr Plakat der in gleicher Pose daliegenden Frau einen blauen Slip mit den EU-Sternen angezogen. Courbets Skandal-Bild war 1866 von Khalil-Bey in Auftrag gegeben worden. Der ottomanische Botschafter in St. Petersburg war nach Paris übersiedelt, wo er sein immenses Vermögen genoss, das Glücksspiel pflegte und eine Kunstsammlung anlegte, in der der weibliche Akt einen Schwerpunkt bildete. Er kaufte Courbets "Die Badenden", die 1853 einen Skandal verursacht hatten, und gab "Die Schlafenden" und den "Ursprung der Welt" in Auftrag. Letztes Bild hing Augenzeugenberichten zufolge in Khalil-Beys Salon hinter einem grünen Schleier verborgen. Verborgen blieb auch der weitere Weg des Bildes nach dem Verkauf der
Sammlung Khalil-Bey im Jänner 1868. Es wanderte nach Budapest und kam 1955
in den Besitz des französischen Psychoanalytikers Jacques Lacan und so
nach Paris zurück. In der großen Pariser Courbet-Retrospektive 1977 fehlte
der "Ursprung der Welt". Nachdem Lacan 1981 verstarb, ging das Bild in
Abgeltung der Erbschaftssteuer in staatlichen Besitz über. Noch im Februar
1994 forderte die Polizei einen Buchhändler in Besancon auf, ein Buch,
dessen Umschlag mit einer Reproduktion von Courbets Bild geschmückt war,
aus dem Schaufenster zu entfernen. (APA) |
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