21. Februar 2006

Pettnau: Über Kunst ins Gespräch kommen

Vor gut einem halben Jahr eröffnet, entwickelt sich der Kunstraum Pettneu zum kulturellen Treffpunkt im Stanzertal.

Artikeltext: Die Beweggründe, in einem kleinen Ort wie Pettneu eine Galerie einzurichten, liegen auf der Hand: Vermittlung von Kunst und über die Kunst ins Gespräch kommen. In Pettneu war der Anlass, eine Galerie einzurichten, gelinde gesagt ein kurioser.

Da wurde der Gemeinde Pettneu ein Bild eines bedeutenden Vertreters der Gruppe der so genannten Bergsteigermaler der zweiten Generation, ein Werk von Ernst Platz, zum Kauf angeboten. Der aus München stammende Künstler, vor allem bekannt durch seine Darstellung dramatischer alpiner Geschehnisse, hielt sich im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts mit Vorliebe in der Arlbergregion auf. Das vom bäuerlichen Leben bestimmte Pettneu verewigte Platz in zahlreichen Werken. Die Gemeinde kaufte das ihr angebotene Werk, das Pettneu vor imposanter Bergkulisse zeigt.

Gleichzeitig machte man sich aber auch auf die Suche nach entsprechenden Räumlichkeiten, um das Werk der Öffentlichkeit präsentieren zu können. Der Keller des Widums schien dem Gemeinderat der ideale Ort für die Einrichtung einer Galerie.

Mit der Planung wurde der Innsbrucker Architekt Reinhardt Honold beauftragt, der aus den ursprünglich beengten Räumlichkeiten ein Raumgefüge schuf, das die Konzentration auf das Wesentliche fördert. In Fragen der konkreten Umsetzung der Intentionen setzte Honold auf konsequente Ruhe und Zurückhaltung.

Dass sich der mit einer Sonderausstellung "Ernst Platz" im Vorjahr eröffnete Kunstraum zum lebendigen kulturellen Zentrum entwickelte, liegt an Oswald Perktold. Der Pädagoge, Literat, Kolumnist und jetzt auch Galerist, war die treibende Kraft hinter dem Kunstraum-Projekt und zeichnet für das Programm der kulturellen Einrichtung verantwortlich.

Die Aussage des amerikanischen Regisseurs Peter Sellars "Kultur ist, was wir miteinander haben", machte er zum Motto des Kunstraums. Seine Absicht, dass dieser Raum es möglich machen soll, über geografische, politische und innere Grenzen hinweg miteinander über Gedachtes, Erlebtes, Gefühltes und Erlittenes zu reden oder zu schweigen, erfüllt sich offensichtlich intensiver als erwartet.

Aktuell sind neueste Arbeiten des in Tarrenz lebenden Künstlers Willi Pechtl zu sehen. Mit dem Zyklus "Breakdance" verleiht Pechtl seiner Faszination für die schier grenzenlose Körperbeherrschung von Tänzern Ausdruck. Die Serie "Der Brotladen" zeigt eine intensive Auseinandersetzung mit der Literatur von Bertolt Brecht.

Kunstraum Pettneu, bis 25. Februar, Dienstag, Donnerstag und Samstag 17 bis 20 Uhr, Sonntag 15 bis 17 Uhr und nach telefonischer Vereinbarung 0676/5117383

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Autor: Von Markus Hauser
Quelle: TT
 
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