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Versteigerung: Malewitsch soll 60 Millionen Dollar bringen

08.10.2008 | 17:12 |  (DiePresse.com)

In New York kommt ein Schlüsselwerk des Avantgarde-Pioniers Kasimir Malewitsch unter den Hammer: "Surprematist Compostiton" soll mindestens 60 Millionen Dollar bringen.

Ein Schlüsselwerk des russischen Avantgarde-Künstlers Kasimir Malewitsch kommt unter den Hammer: "Suprematist Composition" wird am 3. November bei Sotheby's in New York versteigert. Das Bild soll einen Rekordpreis von mehr als 60 Millionen Dollar (44 Millionen Euro) einbringen. Zumindest, wenn man ihn mit anderen russischen Künstlern vergleicht. 1990 wurde ein Bild von Kandinsky um 20,9 Millionen Dollar versteigert. Das teuerste Bild von Malewitsch ging für 17,1 Millionen Dollar weg. Jackson Pollocks "Number 5, 1948" wurde 2006 für 140 Millionen Dollar versteigert.

"Eines der besten Werke moderner Kunst"

Malewitschs Gemälde "Suprematist Composition" von 1916 gehöre zu den besten Werken moderner Kunst, die jemals zum Verkauf angeboten worden seien, erklärte der Vizevorsitzende des Auktionshauses Sotheby's in New York, Emmanuel Di-Donna. Die Versteigerung ist im Rahmen der traditionellen Herbstauktionen für den 3. November geplant. Wegen der Finanzmarktkrise werden die Auktionen von Sotheby's und Christie's dieses Jahr mit besonderer Spannung erwartet.

Malewitsch (1878-1935), ein seinerzeit in der Sowjetunion verfemter Künstler, gilt als Mitbegründer der Modernen Malerei. Aus dem Futurismus und Konstruktivismus entwickelte er den Suprematismus, der ohne jeden figürlichen Bezug auf klare, geometrische Formen setzt. Sein jetzt zum Verkauf angebotenes Meisterwerk hing 50 Jahre im Stedelijk Museum in Amsterdam, ehe es nach einem 17 Jahre dauernden Rechtsstreit an die Erben des Künstlers zurückerstattet wurde.

Eingesperrt im Sowjet-Staat

Das Gemälde gehörte zu einer Sammlung von 70 Ölgemälden, Zeichnungen, Skizzen und Architekturmodellen, die Malewitsch 1927 für eine Ausstellung nach Berlin mitgebracht hatte. Der Künstler musste seine Werke aber bei dem befreundeten deutschen Architekten Hugo Häring zurücklassen, als er plötzlich in die Sowjetunion zurückgerufen wurde. Bis zu seinem Tod acht Jahre später durfte er sein Land nicht mehr verlassen.

1956 verkaufte Häring 36 Bilder an das Stedelijk Museum in Amsterdam. Ein Teil gelangte nach New York, 18 Gemälde gingen verloren. 1999 hatte auch das New Yorker Museum of Modern Art (MoMA) Eigentumsrechte der Erben anerkannt und ein Gemälde sowie Geld zurückerstattet.

Die Familie freue sich, dass das Bild ihres berühmten Vorfahren auf den Markt komme, erklärten die Erben laut Mitteilung des Auktionshauses. "Der Verkauf bestätigt, das Kasimir Malewitsch seinen Platz im Kunstpantheon des 20. Jahrhunderts hat", hieß es.

 


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