VON ARIANE
GRABHER
Dornbirn (VN) Wer sich von "Landschaft" noch immer die Romantik
von Berg, See oder Himmel erwartet, der wurde von Elmar Klocker
stets eines Besseren belehrt. Seine neuen Arbeiten zeigt der in Wien
lebende Vorarlberger Künstler derzeit im Art House Dornbirn.
Mit einer neuen, dynamischen Definition von Landschaft war Elmar
Klocker (geboren 1958 in Bregenz) vor rund zwei Jahren bereits im
Bregenzer Künstlerhaus vertreten. Häufig nach Fotos entstanden,
stellte die auf Auto- oder Zugfahrten vorbeiziehende reale
Landschaft den Ausgangspunkt für die abstrakte, in Auflösung
begriffene Malerei von Klocker dar.
Puristisch, zeitgemäß
Diese naturalistischen Bezüge lässt der Künstler auch in seinen
neuesten Leinwand-Produktionen zumindest formal weit hinter sich. In
ebenso konkret gewählten wie poetisch klingenden Titeln wie "Kleines
Schilf", "Frühlingserwachen" oder "Gelber Regen" hallen sie zwar
immer noch nach, doch aller mitklingenden Poesie zum Trotz: die
Umsetzung erfolgt sehr puristisch, sehr zeitgemäß.
Breite Farbbahnen, meist horizontal oder vertikal, selten auch
schräg oder in einer zickzackförmigen Wellenbewegung, queren wie
überdimensionale Pinselstriche die
großformatigen Leinwände.
Vitaler Gestus
Starke Farben, fast überschwänglich, und Farbkombinationen, stets
aus dem Vollen geschöpft, dominieren eine Malerei, der eine gewisse
ästhetische Klarheit nicht abzusprechen ist. Unbestritten ist auch
die Präsenz dieser Bilder, die sich über die Grenzen der Leinwand
hinweg fortzusetzen scheinen, den umgebenden Raum unmittelbar mit
einbeziehend.
Aus dem Abwägen von Hell und Dunkel entsteht ein Bildraum mit
Tiefe und Nähe, der durch den sich wiederholenden, vitalen Gestus
des Malers an Dynamik und Rhythmus gewinnt. In der selbst
verordneten Askese, der Reduktion und der Beschränkung der
Ausdrucksmittel, bekennt sich Elmar Klocker jedoch klar zum Medium
Malerei.
Was zu Beginn schlicht wirkt, verdichtet sich bei zunehmender
Betrachtung. Und die reale Landschaft draußen, als Auslöser für
diese Malerei, kondensiert in einem geistigen Raum, wenn der
Künstler im vermeintlichen Niemandsland zwischen Abstraktion und
Konkretion seine ganz eigene Bildsprache entwickelt.