VN Do, 15.5.2003

Politik
Lokal
Sport
Markt
Kultur
Welt

Chronik
Leserbriefe
TV
VN-Heimat

Anzeigen
eVN.vol.at






Kultur 

Landschaften einmal anders

Der Vorarlberger Elmar Klocker verbindet Poesie und zeitgemäßen Purismus

VON ARIANE GRABHER

Dornbirn (VN) Wer sich von "Landschaft" noch immer die Romantik von Berg, See oder Himmel erwartet, der wurde von Elmar Klocker stets eines Besseren belehrt. Seine neuen Arbeiten zeigt der in Wien lebende Vorarlberger Künstler derzeit im Art House Dornbirn.

Mit einer neuen, dynamischen Definition von Landschaft war Elmar Klocker (geboren 1958 in Bregenz) vor rund zwei Jahren bereits im Bregenzer Künstlerhaus vertreten. Häufig nach Fotos entstanden, stellte die auf Auto- oder Zugfahrten vorbeiziehende reale Landschaft den Ausgangspunkt für die abstrakte, in Auflösung begriffene Malerei von Klocker dar.

Puristisch, zeitgemäß

Diese naturalistischen Bezüge lässt der Künstler auch in seinen neuesten Leinwand-Produktionen zumindest formal weit hinter sich. In ebenso konkret gewählten wie poetisch klingenden Titeln wie "Kleines Schilf", "Frühlingserwachen" oder "Gelber Regen" hallen sie zwar immer noch nach, doch aller mitklingenden Poesie zum Trotz: die Umsetzung erfolgt sehr puristisch, sehr zeitgemäß.

Breite Farbbahnen, meist horizontal oder vertikal, selten auch schräg oder in einer zickzackförmigen Wellenbewegung, queren wie überdimensionale Pinselstriche die

großformatigen Leinwände.

Vitaler Gestus

Starke Farben, fast überschwänglich, und Farbkombinationen, stets aus dem Vollen geschöpft, dominieren eine Malerei, der eine gewisse ästhetische Klarheit nicht abzusprechen ist. Unbestritten ist auch die Präsenz dieser Bilder, die sich über die Grenzen der Leinwand hinweg fortzusetzen scheinen, den umgebenden Raum unmittelbar mit einbeziehend.

Aus dem Abwägen von Hell und Dunkel entsteht ein Bildraum mit Tiefe und Nähe, der durch den sich wiederholenden, vitalen Gestus des Malers an Dynamik und Rhythmus gewinnt. In der selbst verordneten Askese, der Reduktion und der Beschränkung der Ausdrucksmittel, bekennt sich Elmar Klocker jedoch klar zum Medium Malerei.

Was zu Beginn schlicht wirkt, verdichtet sich bei zunehmender Betrachtung. Und die reale Landschaft draußen, als Auslöser für diese Malerei, kondensiert in einem geistigen Raum, wenn der Künstler im vermeintlichen Niemandsland zwischen Abstraktion und Konkretion seine ganz eigene Bildsprache entwickelt.

Die Ausstellung "Landschaften" von Elmar Klocker ist in der Galerie Art House in Dornbirn bis zum 31.Mai zu sehen. Geöffnet Montag bis Freitag, 9 bis 12 und 14 bis 18, Samstag, 9 bis 12 Uhr.

Klocker interpretiert Landschaften auf puristische Weise. (Foto: Grabher)




Kultur 

Zum Seitenbeginn