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| 02.05.2006 - Kultur&Medien / Ausstellung | ||
| Galerie Kovacek: Kreuz - Galerie Charim: Kralle | ||
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Als der Domprediger Otto Mauer 1954 die Galerie St.
Stephan eröffnete, lag der Kunsthandel in Wien vollständig darnieder. An
der Moderne herrschte hierzulande wenig Interesse, dennoch förderte Mauer
konsequent Zeitgenossen. Die Ausstellung "Otto Mauers Avantgarde" führt
nun 60 Arbeiten von Wolfgang Hollegha, Josef Mikl, Markus Prachensky und
Arnulf Rainer aus sämtlichen Werkperioden zusammen. Die große geometrische
Abstraktion "Bild auf weißem Grund" von Hollegha (1951) spricht von einer
Nähe zur Tradition Mondrians, bevor der Maler zu seinem lyrischen
Formalismus fand. Eine malerische Schöpfung "parallel zur Natur", wie sie
Hollegha vorschwebte, lässt sich an Arbeiten wie "Naturstudie: Baumstamm"
(8500 €) von 1962 schön ablesen. Hier kündigen sich bereits die
Farbflecken an, wie sie für das kräftige Spätwerk des Künstlers typisch
sind, etwa in "Holzstücke" (65.000 €). "Schlampige Quadrate" nannte Mikl seine geometrischen
Formen der 50er Jahre, die im Gemälde "Büste" (9500 €) leuchtend strahlen.
Mikls Esprit und seine Tendenz zum Literarischen zeigt der witzige
Bildzyklus "Die Vernichtung der Journalisten" (35.000 €), die er in
Textzeilen zum Teufel schickt. Prachensky ist in der Schau mit überaus
eleganten Bildschöpfungen seines komponierten Expressionismus vertreten:
Prächtig und abwechslungsreich die Serie "Berlin" aus den 60ern. Während
die "Rechberg" betitelten Bilder von ovalen Formen dominiert werden,
durchziehen 20 Jahre später farbstarke Balken Gemälde wie "Umbria
Quartetto" (34.000 €). Auch Rainer wird von Kovacek hervorragend
präsentiert: Die "Atomisation" (1951) verweist auf die Begegnung mit
Jackson Pollock; die märchenhafte Bildschöpfung "Echnaton" (48.000 €)
entstand unter Drogeneinfluss. Neben etlichen Übermalungen ist aus der
Fotoserie "Face Farces" die "Explosion" (34.000 €) erhältlich. Ein großes
Kreuz (155.000 €) bildet den gelungenen Abschluss der Schau. (Bis
9. 5., Spiegelgasse 12, Wien 1) Galerie Charim: KralleRecht verwundert stakst eine Katze mit Vogelbeinen durch
Carl Stevensons Animationsfilm. Auf ihrem Marsch trifft sie Mantelträger
mit Taubenköpfen, während Herbstlaub von einer traurigen Mutantenära
kündet. Der Film läuft in der Schau "FAUNA://hybrid", kuratiert von Lioba
Reddekker. Es ist eine von Tieren bevölkerte, fröhliche Schau mit
zahlreichen jungen Künstlern, die Konzepte der Hybridität jedoch nur
gelegentlich streifen. So begleitet Kindersingsang die kleine Spinne, die
in dem Video von Kan Xuan über nackte Körper kraxelt. Wo Yoko Ono ihren
Fliegenlauf 1971 noch mit bedrohlichem Sound unterlegte, scheint hier die
Freundschaft mit dem Krabbeltier perfekt. Haruko Maeda ließ sich von
Velazquez zu ihren Tierporträts inspirieren, in denen eine arrogante Eule
und ein naserümpfender Sittich die Stelle der Herrscher einnehmen. Die
Ausstellung bietet überhaupt viel gute figurative Malerei, etwa dichte
Wälder von Yuh-Shio Wong, bedrohliche Taubenschwärme bei Ergül Cengiz oder
Kinderbuch-Idylle bei Ellen Berkenblit. (Bis 3. 6.,
Dorotheerg. 12, Wien 1) Nicole Scheyerer |
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