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Kultur 

Besuch zum Geburtstag

Der Bregenzer Philipp Preuss inszeniert in Wien

VON RENATE WAGNER

Wien (VN) Der deutsche Maler und Installationskünstler Martin Kippenberger, der 1997 in Wien gestorben ist, war ein Multitalent. Oft gehörte auch das Wort zu den Elementen seiner Provokationskunst, vor allem Nonsens-Texte.

Diese hat sich Armin Petras, der unter dem Pseudonym "Fritz Kater" höchst erfolgreiche Stücke schreibt (kürzlich erhielt er den Mühlheimer Theaterpreis), vorgenommen, zu dem Stück "Keiner weiß mehr 2, oder Martin KIPPENBERGER ist nicht tot" zusammengeschweißt und (unter seinem echten Namen Regie führend) 1998 in Castorfs Berliner Volksbühne zur Uraufführung gebracht.

Der aus Bregenz stammende Regisseur Philipp Preuss, selbst auch Videokünstler und 2002 im Künstlerhaus Bregenz ausgestellt und preisgekrönt, hat nun anlässlich von Kippenbergers 50. Geburtstag im Februar dieses Jahres auf Fritz Katers Stück zurückgegriffen. Nach Aufführungen in Wien, wo das Mumok (Museum moderner Kunst) derzeit auch eine Kippenberger-Ausstellung zeigt, geht die Produktion nach Dortmund, die Geburtsstadt des Künstlers.

Zum Schreien komisch

Fünf Personen suchen zwar keinen Autor, aber ein Stück - sollte ein solches je beabsichtigt gewesen sein. Da gibt es sie (schwanger) und ihn (genervt). Dazu kommt der Verwandte, der gerne "68", sprich: abgestandene Revolution, spielt. Es gibt gelegentlich einen Tiger, der Akkordeon spielt und noch einen Fünften im Spiel für alle möglichen Rollen. Die besten Szenen sind jene, in denen eine typische "Talk Radio"-Show auf die Schippe genommen wird - zum Schreien komisch.

Wilde Installation

Im Übrigen puzzelt sich Absurdes, Alltägliches, Kabarettistisches zu einer wilden Theaterinstallation zusammen, aus der plötzlich und unvermutet manchmal ganz traurige Menschenfiguren hervorgucken. Allerdings nur vorübergehend, im Großen und Ganzen herrscht der schrille, tolle Wahnsinn.

Selbst dort, wo man vom Text nur noch Bahnhof versteht, herrscht immer noch die Szene, denn Philipp Preuss ist ein hervorragender Logistiker des Bühnengeschehens und führt fünf glänzende Schauspieler zu Höchstleistungen, allen voran Birgit Unterweger und Manuel Harder. Aber auch Irene Wörndl (die exzellent Flamenco tanzen kann - auch das hat hier Platz) sowie Patrick Jurowski und Pit-Jan Lößer sind mit Aufbietung aller Kräfte bei der wilden, lautstarken, manchmal bis an die Grenze brutalen, oft aber auch brüllend komischen Sache. Kippenberger hätte vermutlich seine Freude daran gehabt.

Kippenberger: "Badender Russe nach gelungener Flucht." (Preuss)




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