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Kultur 

Fünf, die das Land verbindet

Künstlerhaus zeigt Arbeiten von Fohn, Gassner, Krottendorfer, Jansa und Sturn.

ARIANE GRABHER

Bregenz (VN) Kein gemeinsames Thema, aber einen gemeinsamen Ort teilen sich die drei Vorarlberger Künstler Hans Sturn, Franz Gassner und Maximilian Fohn.

Auf Einladung des Trios ins Künstlerhaus zugereist ist Anna Krottendorfer aus Niederösterreich und dazu gesellt hat sich die Keramikkünstlerin Maria Jansa. Nicht das fünfte Rad am Wagen, komplettiert sie das vielgestaltige Quintett und den weiblichen Part in einer Ausstellung, die eigentlich fünf Ausstellungen sind.

Horizontfluchten

Im Mittelpunkt der Arbeiten von Maximilian Fohn (geboren 1965, Bregenz) stehen Landschaftsstrukturen. "Horizontfluchten" betitelt der Künstler seine jüngste Werkreihe, die sich in gegenstandslos-struktureller Manier mit Naturbetrachtungen befasst. Aus dem Wechselspiel von unendlicher Horizontale und bildbegrenzender Vertikale blitzen versatzstückartig Reminiszenzen an Landschaftliches und gelegentlich auch Figürliches auf, die der Maler mit Eitempera und Quarzsand in eigenwillig gefärbte Seelenlandschaften überträgt.

Im über viele Jahre konsequent vorgetragenen Bemühen, die Malerei auf ihre Grundstrukturen zu reduzieren, setzt sich Franz Gassner (geboren 1941, Lustenau) in seinen Arbeiten mit Zeichensetzung auseinander.

Spannungsfeld

Neben einer Objektgruppe, die er dem dänischen Philosophen Sören Kierkegaard als "Denker der Existenz" widmet, versteht es Gassner in seinen Zeichen- und Klangfeldern mit einem minimalistisch-filigranen Formenkanon größtmögliche Variation und Spannung zu erzeugen. Zwischen zwei großformatigen Triptychen, die den Betrachter ob ihrer Größe in einen direkten Dialog verwickeln, entsteht ein Spannungsfeld, dass der Künstler mit Abfolgen aus hell und dunkel, groß und klein, noch verstärkt.

Mit Kontrasten und existenziellen Polaritäten arbeitet auch Maria Jansa (geboren 1949). Im Mittelpunkt ihrer Werkauswahl, die einen Bogen von keramischen Formstudien und Objekten bis zu Rauminstallationen spannt, steht das "werk-tage-buch 19x19+4", als vielteiliger, zutiefst persönlich geprägter Jahresablauf. In unmittelbarer Nähe zum Feuer entstehen keramische Objekte und wunderschöne Gefäße, die per se mit starker Symbolik besetzt sind, in den Installationen mit Inhalten aber manchmal fast überfrachtet scheinen.

Grenzen und Wege

Ähnlich wie Maria Jansa, kommt dem Text auch in den Arbeiten von Anna Krottendorfer (geboren 1952) eine wichtige Rolle zu. Strukturreiche, textile Materialien wie Filz, kontrastieren die grafischen Arbeiten, denen eine Struktur erst in zähem Ringen abgewonnen werden muss. Mit Installationen zum Thema Island, skizzenhaften Notizen und narrativen Bildfolgen gibt die Künstlerin einen Überblick über ihr Schaffen. In der Zusammenschau mit den Werken von Hans Sturn (geboren 1951, Hörbranz), mit dem sie seit Akademiezeiten eine Freundschaft verbindet, kommt die Vielfalt der Grafik, als Medium und Ausdrucksmittel, zum Tragen. Werkausschnitte aus neun verschiedenen grafischen Zyklen spiegeln unter dem Titel "Grenzen und Wege" die enge Verknüpfung von Leben und Werk.

Die Verbundenheit mit der Landschaft, mit der Erde, aber auch mit dem See und dem Licht im und über dem See sind immer wieder Thema der virtuosen, teils groß formatigen Werke. Grenzen suchend, Wege beschreitend konstituiert sich Landschaft durch Wahrnehmung, wodurch sich ein Bogen zu den Arbeiten von Maximilian Fohn spannen lässt und sich der Kreis in der Ausstellung schließt.

Die Ausstellung im Künstlerhaus Bregenz ist bis 25. Juni zu sehen, geöffnet Dienstag bis Samstag, 14 bis 18, Sonn- und Feiertag, 10 bis 12 und 14 bis 18 Uhr.

Hans Sturn: Verbundenheit mit der Landschaft, der Erde, aber auch mit dem See. (Fotos: A. Grabher)

Maria Jansa: Existenzielle Polaritäten in der Keramik.

Maximilian Fohn: Naturbetrachtungen in gegenstandsloser Malerei.

Franz Gassner: Malerei wird auf Grundstrukturen reduziert.

Anna Krottendorfer: Grenzen und Wege spielen eine besondere Rolle.




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