


Auch in seinen Parisbildern dokumentiert Otto Steinert nicht. Vielmehr macht der Fotograf die der Stadt innewohnenden abstrakten Strukturen in eigenen Bildkomposition sichtbar: "Pont Neuf, Paris" von 1949.

Wien - Als Lehrer prägte er Generationen deutscher Fotografen: Otto Steinert (1915-1978) war jedoch ein strenger, autoritärer Professor. Mit seinem Hang zum Spröden und Peniblem soll er, der fotografische Autodidakt, seine Studenten in Saarbrücken und ab 1959 an der berühmten Folkwang-Schule in Essen zur Weißglut getrieben haben. Bei "schlechter" Fotografie kannte er wohl kein Pardon: Mit Rotstift soll er quer über die Aufnahmen Fäkalausdrücke geschrieben haben, erzählt Galerist Johannes Faber eine überlieferte Anekdote. Trotzdem wollten viele, darunter Andreas Gursky, den Begründer der sogenannten "Subjektiven Fotografie" kennenlernen; Gursky blieb wenig Gelegenheit, denn Steinert starb bereits ein halbes Jahr nach dessen Studienbeginn.
In der Mini-Personale, die die Galerie Faber dem Werk des deutschen Nachkriegsfotografen widmet, wird sehr gut illustriert, was Steinert unter "Subjektiver Fotografie" verstand: eine Kunst, die mehr auf die schöpferische Absicht abzielte denn auf bestimmte Gestaltungsformen.
Konsequenterweise setzt also die Ausstellung 1947 ein: mit Fotogrammen, die an Experimentelles von Laszlo Moholy-Nagy und Man Ray anschließen. Stillleben aus Messerbänkchen und Wassergläsern zauberten bei dieser Form der Direktbelichtung ohne Kamera abstrakte Kompositionen auf Film oder Fotopapier. Diese Fotogramme verkörpern im Grunde das, was Steinert 1954 im Aufsatz Über die Gestaltungsmöglichkeiten der Fotografie postulierte: Die höchste Stufe künstlerischer Fotografie sei ihre völlige Loslösung vom Abbildungscharakter - eine "absolute fotografische Gestaltung", die den Fotografen in den Status des autonomen Bildschöpfers erhebt.
Zwar geht die Gegenständlichkeit bei Steinert nie gänzlich verloren, sie ist jedoch immer einem abstrakten Gestaltungswillen untergeordnet: Schornsteine, Bahngleise, Baumstämme, Mauern sind der Lust an Form und Linie verpflichtet. Der Blick aufs Meer reduziert sich auf die Struktur der Wellen, jener auf die Straße verflacht zur Zeichung. Die Realität wird also in Steinerts Fotografien gleich doppelt ins Zweidimensionale zurückgefaltet. Schön. (Anne Katrin Feßler / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 11.11.2010)
Bis 4. 12., Galerie Johannes Faber, Dorotheergasse 12, 1010 Wien
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Musste
ich schmerzhaft bei einem Fotoworkshop im Gesäuse feststellen. Meine
Brennweiten (Vollformat) enden bei 200 mm und im Spätherbst hätte ich
bis zur Brust in die Enns gemusst um den Bildausschnitt zu erhalten den
ich eigentlich wollte. *g*
Das Objektiv für dieses Foto schätze ich auch auf mindestens 200 mm Brennweite ein.
Was verstehen Sie unter "starke" Teleobjekitve? Ein 200mm Objektiv ist ziemlich schwach wenn es eine Blendenzahl von 1:4-x hat.
Ein 50mm Objektiv mit Blende 1.4 ist aber stark, oder genauer gesagt, Lichtstark.
Für dieses Bild im Artikel war allerdings in keinster Weise ein
Lichtstarkes Objektiv nötig. Die Tiefenschärfe ist hoch (was auf eine
ziemlich geschlossene Blende oder hohe Blendenzahl schließen lässt) und
es ist genügend Licht vorhanden - Ergo, dieses Bild hätte auch eine
simple, von mir aus eine Bridgekamera bewältigt.
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