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Schwimmer in der Tinte

Mit Kugelschreibertinte malt, aus Kugelschreibern macht Herbert Hinteregger seine Kunst, die derzeit in der Wiener Galerie Kargl zu sehen ist

WIEN. Der Reiz der Oberfläche und Struktur ist eine Seite in den Arbeiten von Herbert Hinteregger, die Inszenierung verschiedener Objekte zu einer inneren Dramaturgie die andere. Hinteregger ist konsequent im Weiterführen und Transformieren seines Materials, der Kugelschreibertinte, der er nach wie vor treu ist.

Deren Oberflächencharakter ordnet sich in den neuesten großen Bildern einer formalen Organisation unter, die Hinteregger aus der Vergrößerung von Planausschnitten gewinnt. Die Blow-ups geo-
metrischer Formen und die artifizielle Farbigkeit verdoppeln die per se vorhandene Codierung einer jeden Landkarte.

Gewonnen ist damit jedoch eine Nähe zum Leben und Organischen, nicht zuletzt dank der oft in Schwammabdrücken ablesbaren Entstehungsgeschichte der Bilder. Die auf die Galeriewände projizierten Farbbahnen lassen in ihrer Abstraktion die Landkarte, die an ihrem Anfang stand, völlig hinter sich und mutieren im neuen Zusammenhang zu einer dem Raum und sich selbst genügenden Ästhetik.

In der bewegten Wasseroberfläche, auf die der Besucher in einem tatsächlich aufgebauten Swimmingpool schauen kann, sind all die Facetten von Hintereggers Werk, das von höchster Sinnlichkeit und ihrem Entschwinden in die reine Vorstellung und Abstraktion erzählt, zusammengefasst.


Galerie Kargl, Schleifmühlgasse 5, 1040 Wien, bis 13. März, Dienstag bis Freitag 13 bis 19 Uhr, Donnerstag 13 bis 20 Uhr, Samstag 11 bis 15 Uhr

2004-02-23 15:37:45