Landesmuseum Ferdinandeum kauft acht neue
Arbeiten
Jene acht Arbeiten bzw. Werkgruppen, die das
Ferdinandeum 2005 aus den Mitteln der
Galerienförderung ankaufen konnte, sind nun im
Museum zu sehen.
Artikeltext: Der Bund (zwei Drittel) und das
Land (ein Drittel) fördern seit 2001 die
Landesmuseen finanziell. Das Tiroler bekommt aus
diesem Topf jährlich 54.740 Euro, die zu einem
Drittel für Kunstkäufe in Galerien anderer
Bundesländer ausgegeben werden müssen. Jeweils ein
Viertel der Werke müssen von Künstlern aus anderen
Bundesländern stammen bzw. deren Macher müssen
unter 40 sein.
Für das Ferdinandeum hat der
Kustos der Modernen Galerie, Günter Dankl, die
Ankäufe ausgesucht, die vom musealen
Kunstausschuss dann abgesegnet wurden und nun im
musealen Studio zu sehen sind, bevor die Arbeiten
zum größten Teil aller Wahrscheinlichkeit nach im
Depot verschwinden werden.
Das wäre schade,
bewies Dankl als Einkäufer doch ein sehr gutes
Händchen. So besitzt das Museum nun auch die
Zeichnungen zu Walter Pichlers Skulptur
"Unterirdisches Gebäude mit ausfahrbarem Kern" aus
den späten Sechzigerjahren. Auch zwei frühe
konzeptuelle Textarbeiten von Ernst Caramelle
konnten angekauft werden, genauso wie - um
wohlfeile 9000 Euro - eine wichtige Fotografie von
Valie Export aus ihrer Serie "Körperfiguration"
von 1982.
Ebenfalls im Besitz des
Ferdinandeums ist nun Judith Mosers Foto- bzw.
Videoarbeit "Antigone" von 2004, die der sich in
ihrer Arbeit kritisch mit ihrer Rolle als Frau
auseinander setzenden Künstlerin im vergangenen
Jahr viele - inzwischen gerichtlich widerlegte -
Anschuldigungen eingebracht hat.
Angekauft
wurden außerdem die zweiteilige Fotoarbeit
"Speicherpaar" von Nikolaus Schletterer bzw. eine
reizvoll androgyne Skulptur von Annelies
Oberdanner. Sie geht von einem total anderen
Skulpturenbegriff aus als Simon Wachsmuth, von dem
drei Objekte aus der Serie "of copying" angekauft
wurden. Die drei Zeichnungen von Christian
Schwarzwald sollen aus Mitteln der
Galerienförderung 2006 zur Installation "Nachbarn"
komplettiert werden.
Tiroler Landesmuseum
Ferdinandeum, Studio, Museumstraße 15, Innsbruck;
bis 24. September, Dienstag bis Sonntag 10 bis 18
Uhr, Donnerstag 10 bis 21 Uhr