3. Mai 2006

Landesmuseum Ferdinandeum kauft acht neue Arbeiten

Jene acht Arbeiten bzw. Werkgruppen, die das Ferdinandeum 2005 aus den Mitteln der Galerienförderung ankaufen konnte, sind nun im Museum zu sehen.

Artikeltext: Der Bund (zwei Drittel) und das Land (ein Drittel) fördern seit 2001 die Landesmuseen finanziell. Das Tiroler bekommt aus diesem Topf jährlich 54.740 Euro, die zu einem Drittel für Kunstkäufe in Galerien anderer Bundesländer ausgegeben werden müssen. Jeweils ein Viertel der Werke müssen von Künstlern aus anderen Bundesländern stammen bzw. deren Macher müssen unter 40 sein.

Für das Ferdinandeum hat der Kustos der Modernen Galerie, Günter Dankl, die Ankäufe ausgesucht, die vom musealen Kunstausschuss dann abgesegnet wurden und nun im musealen Studio zu sehen sind, bevor die Arbeiten zum größten Teil aller Wahrscheinlichkeit nach im Depot verschwinden werden.

Das wäre schade, bewies Dankl als Einkäufer doch ein sehr gutes Händchen. So besitzt das Museum nun auch die Zeichnungen zu Walter Pichlers Skulptur "Unterirdisches Gebäude mit ausfahrbarem Kern" aus den späten Sechzigerjahren. Auch zwei frühe konzeptuelle Textarbeiten von Ernst Caramelle konnten angekauft werden, genauso wie - um wohlfeile 9000 Euro - eine wichtige Fotografie von Valie Export aus ihrer Serie "Körperfiguration" von 1982.

Ebenfalls im Besitz des Ferdinandeums ist nun Judith Mosers Foto- bzw. Videoarbeit "Antigone" von 2004, die der sich in ihrer Arbeit kritisch mit ihrer Rolle als Frau auseinander setzenden Künstlerin im vergangenen Jahr viele - inzwischen gerichtlich widerlegte - Anschuldigungen eingebracht hat.

Angekauft wurden außerdem die zweiteilige Fotoarbeit "Speicherpaar" von Nikolaus Schletterer bzw. eine reizvoll androgyne Skulptur von Annelies Oberdanner. Sie geht von einem total anderen Skulpturenbegriff aus als Simon Wachsmuth, von dem drei Objekte aus der Serie "of copying" angekauft wurden. Die drei Zeichnungen von Christian Schwarzwald sollen aus Mitteln der Galerienförderung 2006 zur Installation "Nachbarn" komplettiert werden.

Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum, Studio, Museumstraße 15, Innsbruck; bis 24. September, Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr, Donnerstag 10 bis 21 Uhr

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Autor: Von E. Schlocker
Quelle: TT
 
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