| Die Kunst der Fotografie | |
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"Ich bringe stets nur das Bild zum Ausdruck, das ich immer schon in
mir trug", sagt Hiroshi Sugimoto über seine Arbeitsweise. |
Gerade einmal sechs Werkserien sind es, die das Oevre des japanischen
Künstlers Hiroshi Sugimoto bis heute umfasst. Mit knappem Bildvokabular
setzt sich der seit mehr als zwei Jahrzehnten international erfolgreiche
Fotograf mit dem Phänomen Zeit auseinander. Das Kunsthaus Bregenz widmet
dem Meister der selbstauferlegten Beschränkung eine große
Einzelausstellung. Unter dem Titel "Architecture of Time" sind über 30
großformatige Fotografien aus den Werkgruppen Meeresansichten, Architektur
sowie eine neue monumentale Gruppe der Kiefernwälder zu sehen, die Hiroshi
Sugimoto mit einer von ihm entworfenen Theaterbühne für das japanische
Noh-Theater kombiniert. Der Herold eines Genres
Der 1948 in Tokio geborene Hiroshi Sugimoto verließ vor 30 Jahren sein
Heimatland, um am "Art Center College of Design" in Los Angeles Fotografie
zu studieren. Seit 1974 lebt der Künstler in New York. "In der Malerei
haben die Künstler der vergangenen Jahrtausende bereits alles gemacht, was
möglich ist, also begann ich mich mit einem relativ jungen Medium und
arbeitete konsequent daran, die Fotografie zu einer seriösen Kunstgattung
werden zu lassen", erinnert sich der Fotograf. Altmeisterliche Technik Die Themen und das Bildvokabular sind äußerst reduziert, der
dargestellte Gegenstand wird isoliert und von unnötigen Details befreit
widergegeben. Hiroshi Sugimoto setzt immer dieselbe Kamera ein, eine
hölzerne, amerikanische Kastenkamera aus dem 19. Jahrhundert und er
verwendet jeweils eine Kameraeinstellung. Die ausnahmslos in Schwarz-Weiß aufgenommenen Fotografien beeindrucken
durch einen enormen Reichtum der Tonwerte. "Die alte Fototechnik ist sehr
schwierig und ich habe lange daran gearbeitet, gute Negative und Abzüge zu
machen. Ich glaube, dass mitr darin niemand das Wasser reichen kann." sagt
Hiroshi Sugimoto. Das Wesen der Dinge Im Unterschied zu anderen Fotografen, geht es Hiroshi Sugimoto nicht
darum vorgefundene Motive abzubilden, die dargestellten Dinge werden
vielmehr zur Metapher. "Ich trage immer schon eine Vorstellungen der
Fotografien in mir, die ich später einmal umsetzen möchte. Ich ziehe mit
meiner großen Kamera los, stelle sie auf und lasse meine Vision geschehen
- in der Natur, im Theater oder wo auch immer", erklärt Hiroshi Sugimoto
seinen Zugang.
Eine Art Erweckungserlebnis auf einer vom Meer umspülten Felsklippe
stand am Beginn seiner Arbeit, versichert Hiroshi Sugimoto. "Ich versuche
in mein ursprüngliches Bewusstsein zurückzukehren und das bringt mich zum
allgemeinen Bewusstsein der Menschheit." Noh-Theater Hiroshi Sugimoto friert in seinen Fotografien die Welt ein und hält sie
fest, so dass man sie erforschen und studieren kann. Die großformatige
Werkserie Kiefernwälder etwa basiert auf der Tradition der japanischen
Malerei, das Zusammenspiel zwischen diesen Fotografien und einer vom
Künstler selbst gestalteten Theaterbühne, auf welcher das japanische
Noh-Theater von kommenden Donnerstag bis Sonntag gastieren wird, stellt
eine Besonderheit dar. "Das einzig zeitgenössische an diesem Projekt ist
meine Arbeit", sagt Hiroshi Sugimoto. "Es ist eine Serie von Kieferbäumen,
die ich speziell für diese Aufführung gemacht habe. Ich bin dabei der
alten Tradition der Tuschemalerei des 15. Jahrhunderts gefolgt und möchte
diese mit den Mitteln der Fotografie wieder aufleben lassen."
Links: Kunsthaus
Bregenz | ||||||||