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"Bring a Can" - Museum in Pittsburgh feiert 75er von Andy Warhol

Weltweit Ausstellungen zum Geburtstag des Pop-Künstlers.

Pittsburgh/New York (APA) - Wer eine Campbell-Suppendose mitbringt, wird im Andy-Warhol-Museum von Pittsburgh (US-Staat Pennsylvania) dieser Tage als Gast einer posthumen Geburtstagsfete empfangen. Warhol wäre heute, Mittwoch (6.8.), 75 Jahre alt geworden, und die smogdurchwehte Heimatstadt des Pop-Art-Künstlers feiert ihren großen Sohn mit Sonderausstellungen, Vorlesungen und vielen Partys. "Summer of Andy" heißt das Event in Pittsburgh. "Warhol und Jackie: Künstler und Ikone" nennt das Kunstmuseum in Dallas (Texas) seine Sondershow. Das Museum of Modern Art (MoMA) in New York zeigt Filmporträts in Schwarz und Weiß, die Warhol von Freunden und Kollegen wie Dennis Hopper und Salvadore Dali erstellte.

Frankfurts Museum für Moderne Kunst öffnet zu Andys 75. im September die Warhol-Schau "15 Time Capsules" (15 Zeitkapseln). Zugleich läuft in der Gallerie des alten Rathauses von Prien am Chiemsee eine Ausstellung im Gedenken an den 1987 gestorbenen Amerikaner an. Das Museum in Pittsburgh versucht inzwischen mit 900 Gemälden, 77 Skulpturen, 1.500 Zeichnungen sowie 600 Grafiken, Dias und Filmen zu beweisen, dass Warhol eine der "dominierenden Figuren des 20. Jahrhunderts" war.

Mit der Sonderschau "The American Supermarket", einer Neuauflage der berühmten Pop-Art-Installation von 1964, beleuchtet Pittsburgh zudem, wie Warhol Werbung und Konsum miteinander verschmolz und damit zukunftsweisend wurde. Die Installation, die auch Arbeiten von Roy Lichtenstein, Richard Artschwager, Robert Watts und Tom Wesselman beinhaltet, präsentiert Fleisch-, Käse- und Fruchtstände sowie Neonleuchten und Hintergrundmusik - wie in einem Supermarkt vor knapp 40 Jahren.

Das Museum, ein siebenstöckiges ehemaliges Lagerhaus, stammt aus dem Jahr 1911. Zwei Jahre später war Warhols Vater Andrej, ein Bergmann und Bauarbeiter, aus der Slowakei nach Amerika eingewandert und nach Pittsburgh geraten. 1928 wurde das spätere Pop-Idol nach überwiegender Lesart dort geboren. Allerdings hat dieser es seinen Biografen nicht leicht gemacht. Außer dem Geburtsjahr 1928 gab er abwechselnd zwei weitere an. Auch zu seinem Geburtstag, inzwischen als der 6. August anerkannt, gab es zu seinen Lebzeiten verschiedene Versionen.

Nach seinem Studium am Carnegie Institut für Technologie in Pittsburgh kehrte Warhol der wenig geliebten Stahlstadt 1949 den Rücken und zog nach New York. Dort richtete er seine legendäre "Factory" ein, wo er lebte, malte, seine Serien produzierte und seine Filme drehte. In ihr begann er 1962 seine produktivste Phase. Mit Bildern von Marilyn Monroe und Mao Tse-tung entwickelte er seinen unverwechselbaren Stil. Außerdem schuf er aus Fotografien im Siebdruckverfahren Grafikserien, die die Schattenseiten der konsumorientierten Welt vor Augen führen, Autounfälle, Morde und Gewalt.

Warhol starb am 22. Februar 1987 völlig unerwartet nach einer eigentlich ungefährlichen Operation. 1996 widmete Hollywood ihm ein Porträt. In Julian Schnabels Film "Basqiat" wird der imagebewusste New Yorker Popkünstler stilgerecht von David Bowie verkörpert.
2003-08-06 16:35:54