„Pornojäger“ Humer ist tot
Wels (SN, APA). Der als „Pornojäger“ bekannt gewordene Martin Humer ist tot. Er starb am Sonntag im 86. Lebensjahr in Wels. Der katholische Kämpfer gegen Unmoral – auch in der bildenden und darstellenden Kunst – beschäftigte mit seinen Aktionen ausgiebig Polizei und Justiz.
Humer wurde am 11. November 1925 in Natternbach in Oberösterreich geboren. Von Beruf war er Fotograf. Auslöser für sein Wirken gegen die Pornografie soll gewesen sein, dass er bei einem Familienausflug an einem Kiosk ein Sexheft entdeckte und den Eindruck hatte, die Behörden nähmen seine Anzeige nicht ernst.
Seitdem befasste er sich intensiv mit dem Sichten und Archivieren von pornografischem Material und Schreiben von Anzeigen. Er bekämpfte Pornografie, Prostitution, Schwangerschaftsabbruch, schulische Sexualerziehung und die Straffreistellung von Homosexualität. Er gründete die Bürgerinitiative zum Schutz des Lebens und der Menschenwürde und war Obmann der Partei Christlich Soziale Arbeitsgemeinschaft. Er zählte auch zu den Unterstützern des Diözesanbischofs von St. Pölten, Kurt Krenn, der im Herbst 2004 im Zusammenhang mit der Affäre um Kinderpornos und Homosexualität im Priesterseminar zurücktrat.
Humer erstattete nicht nur zahllose Anzeigen, seine Aktionen brachten ihm auch etliche ein. Unter anderem stand er vor Gericht, weil er eine Mozart-Skulptur von Markus Lüpertz in Salzburg mit Lack besprüht und mit Daunen gefedert hatte. Die Skulptur „ist eine Art Pornografie“, argumentierte er. Auch Hermann Nitsch und Otto Mühl, das Burgtheater – dort lud er aus Protest gegen die Premiere von Thomas Bernhards „Heldenplatz“ 1988 eine Fuhre Mist ab – und der Life Ball gerieten in sein Visier. Zuletzt wurde wegen Wiederbetätigung gegen ihn ermittelt. Er soll dem vorsitzenden Richter im Honsik-Prozess Folgendes geschrieben haben: „Honsik bestreitet, dass es in Dachau und in Mauthausen Gaskammern gegeben hätte. Honsik hat recht.“ Die Ermittlungen gegen Humer wurden eingestellt.











