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(03.05.2002) IGBILDENDEKUNST: Vampiric
Der beißende Blick
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Vampiric Screenshot Judith Fischer Foto:
Einladungskarte | Als
Zwischenresümee ihres Forschungsprojektes 'Vampiric modes of
Reading and Writing' installiert Judith Fischer in der IG
Bildende Kunst Texte mit Zitaten einschlägiger Literatur und
Filmtheorien über Vampirismus, die lose an die Wand genagelt
sind. In der Manier eines monströsen Intellektualismus, der
zugleich autistische Züge in sich trägt, recycelt Judith
Fischer Texte von Julia Darling bis Jeanette Winterson ohne
den Drang nach Subjektivismen und AutorInnenschaft
auszuklammern.
Unter dem Motto 'KünstlerInnen
kuratieren KünstlerInnen' sind Iris Andraschek, Isa
Rosenberger, Linda Bilda und weitere 27 KünstlerInnen und
TheoretikerInnen dem imaginären visuellen Hunger nach
Vampirismus auf der Spur und bearbeiten Signaturen von
VampirInnen wie Vampirella, Clarimonde, Luella oder Lilith.
Dahinter verbirgt sich ein kritisches Statement zur
zunehmenden 'Vercomputerisierung' mit dem Zukunftsszenario,
dass als einzig handschriftliches Relikt die Signatur bleibt.
Ansonsten trägt die Ausstellung die Handschrift Judith
Fischers, welche die visuellen Materialien ihren Ambitionen
einverleibt. Screenshots aus dem Vampirgenre liegen als Dias
auf einem Leuchtkasten. Der eigene Schatten, der sich auf dem
Monitor spiegelt, wird dabei mitreflektiert. Man trifft auf
Klassiker wie 'The Hunger' mit David Bowie und Catherine
Deneuve in den Hauptrollen. Nichts Grauenerregendes wird
suggeriert, sondern der erotische Kontakt von Körper zu Körper
wandernden Parasiten, die eine fiebrige Hyperaktivität, in der
Schmerz und Lust einander durchdringen, entwickeln.
Wird der Vampirismus unter dem Blickwinkel des
Lesbianismus in den 30er Jahren stark vom Pathos ritueller
Handlungen begleitet, so geht er in den 70er Jahren über den
aktiven weiblichen Blick hinaus, indem die lesbische Vampirin
ihre Opfer nicht nur verführt, sondern verletzt und dafür mit
den Tod bezahlen muss. Der Schaulust wird ein spannendes
Szenario durch die Faszination der gefahrvollen Verführung
geboten, sodass eine Auseinandersetzung mit längst
überfälligen Blickkonstruktionen eintritt.
(1060 Wien, Gumpendorferstrasse 10-12, bis
03.05.2002) http://www.igbildendekunst.at/
Ursula Maria Probst

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