27.04.2003 23:19
Op-Art ohne Lineal und Zirkel
Gary
Lang in der Galerie "Trabant": freihändig gezogene Linien und grellbunte
Farben
Gary Lang, 1950 in Los Angeles geboren, hat seine Malerei auf zwei schlichte Elemente reduziert: freihändig gezogene Linien und grellbunte Farben. Die Galerie Trabant zeigt neue Arbeiten: Die Linien kommen als konzentrische Kreise vor, streifen die Leinwand vertikal, oder bilden recht komplexe Geschirrtuchmusterungen. In jedem Fall entsteht der Effekt aus dem scharfen Kontrast der streng systematischen Grundlage und den Unschärfen deren freihändiger Umsetzung. Anstatt einen Zirkel zu verwenden, dreht er die quadratische Leinwand bei aufgesetztem Pinsel, anstatt sich mit Lineal und Geo-Dreieck an die Raster zu machen, nähert er sich dem Bildträger aus jeder der Himmelsrichtungen (oder dreht ihn eben um jeweils 90 Grad). Ergebnis: Die Bilder vibrieren, die Geborgenheit in der Geometrie wird unterminiert, der rechte Winkel entpuppt sich als Projektion der Betrachter. (mm, DER STANDARD, Printausgabe vom 28.4.2003)