25.04.2003 13:52
"Ich möchte eine lebendige Biennale"
Festival-Leiter Francesco Bonami über sein Konzept für Venedig
2003
Hamburg/Venedig - Francesco Bonami, der künstlerische
Leiter der diesjährigen Biennale von Venedig, möchte der Kunst den "Sinn für das
Experimentelle" zurückgeben. In der Mai-Ausgabe des Kunstmagazins "art"
erläuterte der italienische Kurator sein Konzept für die Kunstschau, die am 14.
Juni beginnt: "Ich möchte eine lebendige Biennale und fände es schön, wenn sich
nicht alle so furchtbar ernst nähmen." Auf den großen internationalen
Ausstellungen, so Bonami, werde die Aufnahmefähigkeit der Besucher "auf eine
harte Probe gestellt, etwa bei dreistündigen Videoprojektionen".
Bei der
11. "documenta" in Kassel hätten die Interessenten im vergangenen Jahr nach
Bonamis Darstellung zehn Tage gebraucht, um alles zu sehen. Bei der Biennale
will der Kurator dem "Besucher sein Recht auf Autonomie zurückgeben". Die
Videowelle sei "sowieso dabei, zu verebben", sagte Bonami. Der Kunstbiennale in
Venedig, die in diesem Jahr zum 50. Male stattfindet, gab der Direktor deshalb
den Untertitel "Die Diktatur des Betrachters". (APA/dpa)